Wahlen

Südafrika vor der Wahl: Das bewegt die Bevölkerung

Drei Fragen an den Südafrikaexperten Jules Maaten

Analyse08.05.2019Jules Maaten
Maimane
Mmusi Maimane, Vorsitzender der Democratic Alliance.picture alliance / AP Photo

Heute sind Parlamentswahlen ins Südafrika. Jules Maaten, Südafrikaexperte der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, erklärt, was die Bevölkerung derzeit bewegt – und warum die liberale Democratic Alliance unter der Führung von Mmusi Maimane gute Chancen auf ein positives Wahlergebnis hat.

Wahlen in Südafrika – wo steht die Bevölkerung derzeit?

Die Bevölkerung ist der Regierungspartei ANC mit ihren korrupten Politikern müde. Bei den Lokalwahlen vor drei Jahren blieben daher viele ANC Wähler zu Hause. Das ist auch der Grund, warum die ANC damals Großstädte wie Johannesburg und Tschwane (Pretoria) verloren hat. Präsident Cyril Ramaphosa von der ANC ist allerdings als Person populär. Die Frage ist daher, ob die Wähler die ANC bestrafen oder Ramaphosa unterstützen werden. Ramaphosa ist die letzte Chance für die ANC. Die Wahlbeteiligung unter Jugendlichen wird erwartungsgemäß eher niedrig sein. Viele haben ihr Vertrauen an die Politik verloren. Eine niedrige Wahlbeteiligung ist normalerweise schlecht für die ANC.

Jules Maaten
Unser Südafrikaexperte Jules MaatenFreiheit.org

Was ist der wahrscheinlichste Wahlausgang?

Die Opposition meint, es sei möglich, dass die ANC im nationalen Kontext weniger als 60 Prozent der Stimmen für sich gewinnen kann – dies würde als Wahlniederlage der ANC angesehen. Dazu gibt es die Hoffnung, dass die ANC in zwei oder drei der neun Provinzen weniger 50 Prozent der Stimmen erreiche und in die Opposition gehen müsste. Darunter könnten die wichtigen Provinz Gauteng (mit Johannesburg und Tschwane) sowie Kwazulu Natal fallen. Die größte Oppositionspartei ist die liberale Democratic Alliance (DA). Sie will ihre Mehrheit in der Provinz Western Cape (mit Kapstadt) halten. Western Cape gilt unter Premier Helen Zille allgemein als die am besten regierte Provinz. Zille selbst steht aber nicht mehr zur Wahl.

Wie steht es um die liberale Democratic Alliance?

Die DA hat ein Programm mit Anti-Korruptionsmaßnahmen, besseren staatlichen Dienstleistung, Bekämpfung von Arbeitslosigkeit durch eine freiere Wirtschaft und größere Sicherheit erstellt. Hauptziel des DA Vorsitzenden Mmusi Maimane ist aber, das Machtsmonopol der ANC zu brechen. „Wir müssen uns von unseren Befreiern befreien“, sagt er.

Für Medienanfragen kontaktieren Sie bitte

Daniela Oberstein
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Tel.: +49 30 288778 55