Schulfreiheit – nicht schulfrei

Schulen brauchen Freiräume und Eigenverantwortung

Nachricht02.09.2016
SmartSchool
CC0 Public Domain

So sieht es aus

Die derzeitige Finanzierung deutscher Schulen ist sowohl unzureichend als auch ineffektiv. Während Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 nur 6.000 Euro pro Schüler an allgemeinbildenden Schulen ausgibt, waren es in Hamburg und Thüringen knapp 8.500 Euro.[1] Von Transparenz und Flexibilität sind staatliche Schulen weit entfernt. Immer noch werden Schulen mehrheitlich inputfinanziert und erhalten äußerst geringe Freiräume, über ihre Budgets eigenverantwortlich zu entscheiden. Eine wettbewerbliche Finanzierung, die sich an den erzielten Leistungen und an dem Zuspruch der Schüler und Eltern orientiert, findet nicht statt.

Deshalb

Alle Schulen erhalten Freiräume und Eigenverantwortung bei der Organisation, der Budgetierung, der Auswahl und Beschäftigung der Lehrer, bei den Unterrichtsmaterialien und der Auswahl der Schüler. Über eine Pro-Kopf-Zuweisung bzw. Bildungsgutscheine werden sie auskömmlich und verlässlich finanziert. Besondere Bedarfe für Schulen in sozialen Brennpunkten und für besonders zu fördernde Schüler sind über Ergänzungen der Pro-Kopf-Zuweisungen bzw. Bildungsgutscheine zu berücksichtigen und verhindern bei der Auswahl der Schüler ein „Rosinenpicken“. Bildung für Alle bleibt Anspruch des Schulwesens. Die Schwachen sollen gefördert, die Starken gefordert werden.

Eine SMARTschool schafft Freiräume für einen binnendifferenzierten Unterricht. Eltern- und schülerverwaltete Schulen sind möglich. Mehr Freiheit in den Schulen bietet Raum für Kreativität, schöpferisches Handeln und Experimentieren oder für Projekte mit Unternehmen und ein Erlernen unternehmerischer Selbstständigkeit, wie z.B. in Produktionsschulen.[2] Münden sinkende Schülerzahlen im herkömmlichen Schulwesen in Schulschließungen und längeren Schulwegen, könnte ein intelligenteres Konzept von Schule Abhilfe schaffen.

Bildungsausgaben sind eine gesamtstaatliche Kernaufgabe. Sie sind eine Investition in die Zukunft. SMARTschool heißt deshalb auch, dass der Bund mehr finanzielle und koordinierende Verantwortung übernimmt. Das Grundgesetz sollte entsprechend angepasst werden.


[1] Statistisches Bundesamt, Schulen auf einen Blick, Ausgabe 2016, Wiesbaden: 2016, S. 48.

[2] Die Produktionsschule in Hamburg-Altona orientiert sich besonders am betrieblichen Arbeitsalltag und hat vier Werkstätten, in denen die Schüler Produkte und Dienstleistungen herstellen, die danach vermarktet werden.

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SMARTschool zeigt die riesigen Chancen der Digitalisierung im Bildungsbereich. SMART – das steht im allgemeinen Sprachgebrauch für innovative, individuelle und freiheitliche Antworten, die sich aus der Digitalisierung für herkömmliche Lebensbereiche ergeben. Smart – das steht für Zukunft. SMARTschool beantwortet die Frage, wie Schulen sein können, die unsere Kinder für ihren Weg in ihre Zukunft bestmöglich vorbereiten. Die ihnen das Wissen und die Kenntnisse, die Kraft und die Persönlichkeit – all das Rüstzeug mitgeben, das sie brauchen. Mehr