Rettet die gekniffene Generation!

Fünf Vorschläge für die Politik

Meinung18.10.2016Karl-Heinz Paqué
gekniffene Gesellschaft
CC0 Public Domain/ Pixabay.com/unbearbeitet

Dieser Artikel wurde zuerst im liberal-Magazin 02/2015  veröffentlich.

Die demografische Entwicklung verändert unsere Gesellschaft und der Arbeitsmarkt wird immer vielseitiger. Mutige Reformen sind jetzt von der Politik gefordert, um die Interessen von Jung und Alt in Bezug auf die Altersvorsorge angemessen zu reflektieren. Was muss getan werden? Unser stellvertretender Vorstandsvorsitzender Prof. Karl-Heinz Paqué hat fünf Vorschläge.

1. Bildung verbessern

Wer eine gute Zukunft haben will, braucht die bestmögliche Bildung. Motivation und Leistungsbereitschaft müssen im Vordergrund stehen, nicht Gleichmacherei. Talente müssen gefördert und gefordert werden, und zwar auf allen Stufen der Erziehung – von der frühkindlichen Bildung über Grundschule, Gymnasium und Universität bis hin zur modernen beruflichen Qualifikation, der besten Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne.

2. Innovationskraft stärken

Ingenieurskunst und Hochtechnologie sichern die Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Um sie zu stärken, bedarf es attraktiver Standortbedingungen – von exzellenten Forschungseinrichtungen bis zu leistungsfähigen Kommunikations- und Verkehrsnetzen. Hier besteht großer und dringender Investitionsbedarf. Daneben bedarf es mehr Zuwanderung von jungen qualifizierten Fachkräften, geregelt und gefördert durch ein neues Zuwanderungsgesetz.

3. Bürokratie abbauen

Deutschland ist Weltmeister der Vorschriften, Verbote, Regulierungen und Kontrollen. Sie behindern Existenzgründungen und ersticken die Bereitschaft zum Risiko. Wir brauchen eine neue Unternehmenskultur, die Start-ups stärkt und dem Mittelstand das Leben erleichtert. Brutstätten neuen Wissens und origineller Geschäftsideen entstehen nur dort, wo der Staat gute Rahmenbedingungen schafft, aber sich aus den Details des wirtschaftlichen Wandels heraushält.

 

Paqué
Karl-Heinz Paqué, stellv. Vorsitzender der Stiftung für die FreiheitFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

4. Rentenalter abschaffen

In einer alternden Gesellschaft mit hoher Lebenserwartung müssen die Menschen so lange arbeiten dürfen, wie sie wollen. Es darf kein festes Alter für den Rentenbezug mehr geben. Wer länger arbeitet, erhält eine höhere Rente. Wer dies wegen Krankheit nicht kann, wird vom Staat unterstützt. Die meisten Älteren im siebten Lebensjahrzehnt, die gesund sind, werden arbeiten wollen. Die Unternehmen werden auf sie gerne zurückgreifen, weil es an jüngeren Arbeitskräften fehlt.

5. Zuversicht statt Zukunftsangst

Deutschland ist zum Land der Technikskepsis geworden. Überall werden in konservativem Geist die Risiken neuer Technologien betont – und nicht deren Chancen. Die Forschung in Bereichen, die auf breiten Widerstand stoßen (zum Beispiel die Biotechnologie), wird ins Ausland verlagert. Junge Wissenschaftler wandern dorthin ab, um freier forschen zu können und Anerkennung für ihre Arbeit zu erhalten. Dies muss sich ändern. Die offene Gesellschaft erfordert den Mut zum Fortschritt.

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Die Herausforderungen für die Rentenpolitik sind enorm. Die demografische Entwicklung verändert unsere Gesellschaft und der Arbeitsmarkt wird immer vielseitiger. Mutige Reformen sind gefordert, um die Interessen von Jung und Alt angemessen zu reflektieren. Liberale Rentenpolitik bietet die Grundlage für eine faire, verlässliche und moderne Altersvorsorge. Denn das Rentensystem ist nur leistungs-und tragfähig, wenn die klassischen drei Säulen zu einem individuellen, flexiblen und transparenten Baukastenmodell weiterentwickelt werden. Mehr