Regionalfachtagung
"Wir können viel von Asien lernen"

Im Interview mit Bettina Stark-Watzinger sprach Freiheit.org über die Rolle Asiens und wie sich die Stiftung zukünftig verändern kann
Bettina Stark-Watzinger
© Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit 

For English please see below. 

Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung und Mitglied des Deutschen Bundestags Bettina Stark-Watzinger begleitete die Stiftungsbüros der Regionen Südost- und Ostasien und Südasien bei ihrer Regionalfachtagung in Kuala Lumpur, Malaysia. Am Rande der Besprechungen zur Umsetzung der Stiftungsziele und der politischen Arbeit sprach Freiheit.org mit Bettina Stark-Watzinger über den Mehrwert der Stiftungsarbeit in Asien und was Asien und Deutschland über die digitale Transformation voneinander lernen können. 

Warum ist die Region Asien für die Friedrich-Naumann-Stiftung so wichtig? 

Asien ist wichtig, weil sich die Länder in einem schnellen Wandel befinden. Einige Länder wie Südkorea oder Taiwan haben bereits ein hohes Maß an Demokratie erreicht. Aber andere Länder sind noch auf dem Weg dorthin. Auf der einen Seite gibt es viele Möglichkeiten für die Friedrich-Naumann-Stiftung, Partner beim Aufbau von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit, dem Einsatz innovativer Technologien und Innovationen sowie beim Aufbau einer Marktwirtschaft zum Wohle der Menschen, zu sein. Wir haben dort ein riesiges Potenzial, das wir mit Wissen unterstützen wollen. Auf der anderen Seite können wir von Asien viel lernen. Der digitale Wandel vollzieht sich viel schneller als in Europa und Deutschland. Wenn es um globale Themen wie Desinformation und Fake News geht, können wir viel von Ländern lernen, die mehr Erfahrung haben als wir. 

Als Europäerin: Welchen Kontrast sehen Sie im Tempo der digitalen Transformation, wenn Sie in Asien sind? Was sehen Sie da?  

Ich sehe einen großen Unterschied in der Art und Weise, wie mit der digitalen Transformation umgegangen wird. In Deutschland haben wir zuerst Sorgen. In Asien sieht man die Chancen. Ich denke, wenn man das große Potenzial der neuen Technologien kombiniert, um Arbeitsplätze zu schaffen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen und dies zur Förderung der Freiheit zu nutzen, so können wir viel lernen. Wenn wir zudem einen Teil unserer Sorgen und Unterstützung zu Themen wie Datenschutz und Privatsphäre einbringen können, dann können wir daraus viel lernen. 

Wie können wir in diesem Zusammenhang die Stiftung fit für die Zukunft machen? 

Es ist nicht nur die Welt um uns herum, die sich verändert, wir müssen uns auch verändern. Wir haben mehrere Maßnahmen gefunden, um dies zu erreichen. Wir wollen unser Ziel stärken, dass wir als eine Stiftung agieren, nicht nur als jeweils eine Stiftung im In- und Ausland. Wir sind eine Stiftung, eine Familie. Wir wollen mehr Ideen austauschen. Wir wollen unseren Mitgliedern und Menschen, die Teil unserer Stiftung sind, mehr Möglichkeiten geben, zu kommen und voneinander zu lernen. Wir wollen auch mehr digitale Instrumente nutzen, die jetzt auf dem Vormarsch sind, um die Idee einer einzigen Stiftung zu fördern. Wir wollen auch unser Stipendienprogramm stärken. Es gibt so viele wunderbare, junge Menschen da draußen, in Deutschland oder im Ausland, die einen liberalen Geist haben und ehrgeizig sind und dazu beitragen eine bessere Welt zu schaffen. Wir wollen diese Programme modernisieren und internationalisieren, um auch unseren Stipendiaten mehr Möglichkeiten zu geben. 

English Version

Board member of the Friedrich Naumann Foundation and member of the German Bundestag Bettina Stark-Watzinger accompanied the foundation's offices of the regions Southeast and East Asia and South Asia at their regional meeting in Kuala Lumpur, Malaysia. On the sidelines of the discussions on the implementation of the Foundation's goals and political work, Freiheit.org spoke with Bettina Stark-Watzinger about the added value of the Foundation's work in Asia and what Asia and Germany can learn from each other about digital transformation. 

Why is the region of Asia so important for the Friedrich Naumann Foundation? 

Asia is important because their countries are going through a fast transformation. Some of the countries like South Korea or Taiwan already have achieved high levels of democracy. But there are still other countries on the way. On one hand there is a huge potential for the Friedrich Naumann Foundation to be partner in establishing human rights, rule of law, using innovative technologies and innovation, and creating a market economy for the welfare of people. We have a huge potential there, which we want to support with knowledge. On the other hand, we can learn a lot from Asia. Digital transformation is happening much faster than in Europe and in Germany. When it comes to global topics like disinformation and fake news, we can learn a lot from countries that have more experience than we have.

As a European: what contrast do you see in the pace of digital transformation when you come here? What do you see? 

I see a huge difference in the way digital transformation is dealt with. In Germany we have worries first. In Asia you see the chances. I think if you combine the huge potential of new technologies in order to create jobs, new business opportunities, using this to promote freedom, we can learn a lot. Moreover, if we can bring part of our worries and support in topics like data protection and privacy to the table, we can learn a lot from that. 

In this context, how can we make the foundation fit for the future? 

It’s not only the world around us that is changing, we have to change as well. We have found several measures to do that. We want to strengthen our aim that we are one foundation, not only a foundation in Germany and one abroad. We are one foundation, one family. We want to exchange more ideas. We want to give more opportunities for our members and people being part of our foundation, to come visit and learn from each other. We also want to use more digital tools that are now coming up to foster the idea of one foundation. We also want to strengthen our scholarship programme. There are so many great, young people out there, being in Germany or being abroad, who have a liberal mind and who are ambitious and want to contribute and make a better world, that is something we looked into. We want to modernize and internationalize this programme, to also give more opportunities to our scholarship holders. 

 

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Daniela Oberstein, Pressereferentin und stellv. Pressesprecherin Ausland
Daniela Oberstein
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