Regionalbüro München der Friedrich-Naumann-Stiftung/Thomas-Dehler-Stiftung eröffnet

17.11.2004

Thema der Eröffnungsmatinée war „Naturwissenschaft und Technik – Kulturfaktor und Wirtschaftsmotor“.
Der Präsident der TU München, Prof. Dr. Dr. Wolfgang A. Herrmann nannte in seinem Festvortrag exemplarisch zwei herausragende naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse, die die Welt grundlegend verändert haben: Die Entdeckung des Halbleitereffekts als Grundlage der Informationsgesellschaft und die Entschlüsselung der Erbanlagen. In der Bildungspolitik müssten handwerkliches Können und theoretisches Wissen, Herz und Verstand und Marktwirtschaft zusammenkommen, um ein Optimum zu erreichen und die systemische Schwerfälligkeit zu überwinden.
Deutschland müsse fünf grundlegende Entwicklungen zur Kenntnis nehmen und die Konsequenzen daraus ziehen: Die demographische Verknappung im eigenen Land, demgegenüber die Bevölkerungsexplosion weltweit, die Entstehung neuer Märkte (auch Bildungsmärkte), den Arbeitsplatzexport und die globale Entwicklung, die sich auch in der Sehnsucht aller nach einem menschenwürdigen Leben zeige. Bildung sei die Grundlage für das Überleben in einem weltweiten Wettbewerb. Er forderte, die Universitäten in die Freiheit zu entlassen und neue Bildungsmärkte nach australischem Vorbild zu erschließen: „Science is fun, science is passion“.
Die Landesvorsitzende der FDP Bayern, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB und die Generalsekretärin der FDP, Cornelia Pieper MdB erinnerten beide in Ihren Grußworten an die frühere Vorreiterrolle Deutschlands in Naturwissenschaften und Technik und forderten mehr Autonomie für die Hochschulen, um durch mehr Wettbewerb zu Höchstleistungen zu kommen. Ministerialdirigentin Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel aus dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus betonte die Bedeutung der Bildungsarbeit der politischen Stiftungen und ihr Wirken im gesamten bayerischen Raum. Dr. h.c. Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung schilderte das Entstehen der Friedrich-Naumann-Stiftung und das weltweite Bemühen der Stiftung um mehr Demokratie und Freiheit in allen Ländern der Erde. Zu Beginn der Veranstaltung würdigte der Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung, Hermann Rind, die gute Zusammenarbeit zwischen den Stiftungen, um dem Prinzip Freiheit in Menschenwürde in allen Bereichen der Gesellschaft Geltung zu verschaffen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Schülerinnen und Schüler des Oskar-von-Miller-Gymnasiums.

Gisela Bock, Leiterin des Regionalbüros München