Presse- und Meinungsfreiheit

Raif Badawi Award for courageous journalists 2017 & 2018

Nachricht02.11.2018
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Can Atalay nahm den Raif Badawi Award 2017 for cou-rageous journalists für den damals inhaftierten Preisträ-ger Ahmet Şık entgegen: v.l.n.r. Can Atalay, Ensaf Haidar, Gerhart BaumFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Das Schicksal des saudischen Bloggers und Redakteurs Raif Badawi, der wegen angeblicher Gotteslästerung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde, liegt uns seit Jahren besonders am Herzen. Gemeinsam mit seiner Frau Ensaf Haidar verleiht die Stiftung daher seit 2016 den Raif Badawi Award for courageous journalists auf der Frankfurter Buchmesse.

Im Jahr 2017 stand dabei die Türkei im Fokus. Seit dem misslungenen Staatsstreich im Sommer 2016 kam es hier zu einer dramatischen Verschlechterung der Presse- und Meinungsfreiheit. Den Preis erhielt der türkische Investigativjour- nalist Ahmet Şık. Die unabhängige Jury hatte ihn aufgrund seiner herausragenden Bedeutung für die freien Medien in der Türkei und stellvertretend für alle Journalistinnen und Journalisten ausgewählt, die in der Türkei im Gefängnis sitzen. Auch Ahmet Şık war zu diesem Zeitpunkt inhaftiert. Ensaf Haidar, Raif Badawis Ehefrau, überreichte dem Menschenrechtler und Anwalt Şıks, Can Atalay, stellvertretend den Preis. „Ahmet Şıks
Mut berührt mich zutiefst. Er und Raif teilen das gleiche Schicksal. Beide sitzen im Gefängnis, weil sie sagen, was sie denken“, sagte Haidar.

 

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Rana Sabbagh, founder and director of the Jordan-based organisation ARIJ, accepted the 2018 Raif Badawi Award for courageous journalists. F.l.t.r. Rana Sabbagh, Ensaf Haidar.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Im Jahr 2018 erhielt das in Jordanien ansässige unabhängige Journalistennetzwerk „Arab Reporters for Investigative Journalism“ (ARIJ) den Preis. Die Gründerin und Leiterin Rana Sabbagh nahm den Preis entgegen. ARIJ war die erste Medienorganisation in der Region, die sich der Förderung von investigativem Journalismus in arabischen Redaktionen widmete. Das Netzwerk fördert Journalistinnen und Journalisten und deren Recherchen zu sensiblen Themen in Jordanien, Syrien, Libanon, Ägypten, Irak, Bahrain, Palästina, Jemen und Tunesien. Beim Einsatz für universelle Menschenrechte gehe es um die gemeinsamen Werte „für die wir den Mut finden sollten aufzustehen – so wie Raif Badawi, seine Schwester Samar Badawi und ARIJ es uns täglich zeigen“, unterstrich Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin a.D. und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, im Rahmen der Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse.