Raif Badawi Award 2019
Hanéne Zbiss mit dem Raif Badawi Award ausgezeichnet

Die Journalistin Hanéne Zbiss wurde mit dem Preis für mutige Journalistinnen und Journalisten im Nahen Osten und Nordafrika geehrt
Die Tunesierein Hanéne Zbiss wurde mit dem Raif Badawi Award 2019 ausgezeichnet.
Die Tunesierein Hanéne Zbiss wurde mit dem Raif Badawi Award 2019 ausgezeichnet. © Dirk Beichert

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hat zum fünften Mal den Raif Badawi Award for Courageous Journalists verliehen. 2019 ging er an die Tunesierin Hanéne ZbissDer Journalistenpreis ehrt den Einsatz mutiger Journalistinnen und Journalisten im Nahen Osten und Nordafrika und macht auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. Der Preis wurde am 16. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. 

Hanéne Zbiss ist Investigativjournalistin und schreibt viel über den Irak und Tunesien, zuletzt bei Inkyfada. In Tunesien wurde sie durch ihre Publikationen über sogenannte Koran-Kindergärten bekannt. Im Fokus ihrer Recherchen stand besonders die dort betriebene Gehirnwäsche, die sehr junge Kinder zu Extremisten werden lässt. Darüber hinaus schreibt sie über das Schicksal der Frauen und Kinder ehemaliger IS-Kämpfer, die nun versuchen nach Tunesien zurückzukehren. 

Im Interview vor der Preisverleihung kritisierte Zbiss die Medienlandschaft und Pressefreiheit in Tunesien. So sei die Situation für Journalisten besser als noch vor einigen Jahren, es ergäben sich jedoch neue Probleme. Die Medienlandschaft werde von korrupten Geschäftsleuten und hochrangigen politischen Vertretern kontrolliert. Die Regierung versuche einerseits, die öffentlichen Medien zu beeinflussen, andererseits Praktiken aus der Diktaturzeit zu reformieren.

Die Korruption im Land bedrohe das friedliche Zusammenleben und deren Bekämpfung müsse daher zur obersten Priorität für Journalisten werden, betonte Zbiss. Eine demokratische Gesellschaft sei nur dann stabil, wenn es Journalisten gäbe, die Regierende kritisieren und fehlgeleitete Politik aufdecken können.

In ihrer Dankesrede widmete Zbiss den Raif Badawi Award daher den unzähligen Journalisten, die weltweit gefangen und unterdrückt werden. Vor den versammelten Zuschauern forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, diese Journalisten zu unterstützen.

"Es ist unsere moralische Pflicht, als internationale Gemeinschaft, diese Journalisten zu unterstützen, die lediglich mit ihrem Wort bewaffnet sind.“

RBA
Hanéne Zbiss

Dass wir die Demokratie und Menschenrechte nie als selbstverständlich erachten dürfen, betonte auch Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, in seiner Laudatio. Der Raif Badawi Award setze ein Zeichen, um auf die essenzielle Arbeit von Journalisten für die demokratische Gesellschaft hinzuweisen. Vor diesem Hintergrund sei Hanéne Zbiss ein leuchtendes Vorbild für unabhängigen Journalismus, der zurecht honoriert und gefördert werde.

An der Preisverleihung nahmen neben Hanéne Zbiss auch Raif Badawis Frau Ensaf Haidar teil. Die Laudatio hielt die Journalistin und Politikerin Düzen Tekkal.

Zum Preis

Der Journalistenpreis, initiiert von Badawis Ehefrau Ensaf Haidar und TV-Moderator Constantin Schreiber, erinnert an den inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi, der wegen seiner islamkritischen Texte zu 1.000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt wurde. 

Der Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. unterstützt.

 

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Daniela Oberstein, Pressereferentin und stellv. Pressesprecherin Ausland
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