Raif Badawi Award 2016 für die Flüchtlingsjournalistinnen vom Dange NWE Radio aus Halabja (Irak)

26.09.2016Berlin
Dange NWE Refugee Radio
Dange NWE Refugee Radio

Presseinformation: Raif Badawi Award 2016 für die Flüchtlingsjournalistinnen vom Dange NWE Radio aus Halabja (Irak)

Die Journalistinnen des Dange NWE Flüchtlingsradios aus Halabja (Irak) werden in diesem Jahr mit dem Raif Badawi Award for courageous journalists ausgezeichnet. 

Der Journalisten-Preis wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit am 19. Oktober 2016 im Rahmen der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Die jungen Frauen Hivy Ahmed, Haneen Hassan, Suzan Yahya und Shadan Fathulla aus Syrien und dem Irak senden jeden Tag ein eigenes Radioprogramm in drei Sprachen aus einem der größten Flüchtlingslager des Irak. In ihren Sendungen sparen die Reporterinnen auch kontroverse Themen wie häusliche Gewalt, weibliche Genitalverstümmelung und Frauenrechte nicht aus. Redakteurin Haneen Hassan (19) beispielsweise floh aus Fallujah (Irak), wo sie in sehr engen, konservativen Traditionen aufwuchs. Durch ihre neue Aufgabe beim Flüchtlingsradio lernte sie nicht nur journalistisches Handwerk, sondern auch ein selbstbestimmteres Leben kennen. Auch ihre Kollegin Hivy Ahmed (29, geflüchtet aus der syrischen Stadt Kobane) arbeitet rund um die Uhr für das Radio. "Da wir selbst Flüchtlinge sind, können wir uns viel besser in unsere Hörer hineinversetzen", so die Syrerin.

In der Begründung der siebenköpfigen Jury heißt es: "Wir bewundern den Mut und das Engagement der jungen Frauen, die sich Journalismus in Eigenregie angeeignet haben. Weder zögern sie, kritische Themen anzusprechen, noch möchten sie ihren Kulturkreis verlassen. Im Gegenteil: Sie bleiben als Flüchtlinge im Irak und haben es sich zur Aufgabe gemacht andere Flüchtlinge mit ihrem Programm zu unterstützen." TV-Moderator Constantin Schreiber, der den Preis ins Leben rief, lobt die jungen Reporterinnen und deren Engagement: "Haneen und Hivy– stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen des Flüchtlingsradios – machen vielen ihrer Zuhörern neuen Mut. Sie setzen sich für die Belange der Geflohenen ein und scheuen sich nicht davor, Tabu-Themen anzusprechen."

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, begrüßt die Entscheidung der Jury ausdrücklich: "Die vier jungen Frauen aus dem Irak und Syrien nehmen entschlossen ihre Zukunft in die eigene Hand und zeigen damit vielen anderen Hörerinnen ihres Radioprogramms einen möglichen Weg in die Selbständigkeit, vielleicht sogar in die Unabhängigkeit. Sie sind ein inspirierendes, sinnstiftendes Vorbild, das den Frauen in den riesigen Flüchtlingscamps eine wichtige Orientierung in dieser für sie so schweren Situation gibt. Ihr Radioprojekt steht für ein Versprechen: Freiheit durch Bildung. Die Nominierung und schließlich die Preisverleihung wird diesem bemerkenswerten Projekt von Dange NWE Flüchtlingsradio hoffentlich den nötigen Rückenwind geben, um die Frauen bekannter zu machen und mehr Unterstützung zu bekommen, um anderen Frauen Mut zu machen - im eigenen Land aber auch international.“

Der Preis, mitinitiiert von Badawis Ehefrau Ensaf Haidar, soll an den inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi erinnern, der wegen seiner islamkritischen Texte zu 1.000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Der Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt. 

Weitere Informationen zum Award finden Sie auf unserer Website www.freiheit.org/raifbadawiaward
 

Pressekontakt: Doris Bergmann, Pressereferentin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, presse@freiheit.org, Tel. 030 28 87 78 54, Mobil: 0151 12 65 63 91, www.freiheit.org