Kaspar Villiger erhält Freiheitspreis 2016

12.07.2016Berlin
Kaspar Villiger, Schweizer Unternehmer und früherer Schweizer Bundespräsident.
Kaspar Villiger, Schweizer Unternehmer und früherer Schweizer Bundespräsident.

Der Schweizer Unternehmer und frühere Schweizer Bundespräsident Kaspar Villiger erhält den Freiheitspreis 2016 der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Ludwig Theodor Heuss, Enkel des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss, wird den Preisträger im November in der Frankfurter Paulskirche würdigen.

Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, erklärte: „Kaspar Villiger ist ein mutiger, kritischer und beharrlicher Liberaler, der Zukunft gestalten will statt ängstlich zu verharren.“

Kaspar Villiger (75) wurde 1989 in den Schweizer Bundesrat gewählt und stieg aus dem Familienunternehmen, einer Zigarrenfabrik, aus. Villiger war Schweizer Bundespräsident der Jahre 1995 und 2002.

Villiger gilt als „Vater“ der sogenannten Schuldenbremse, die er 2003 in einer Volksabstimmung durchsetzte und damit die Basis für die Gesundung der Schweizer Bundesfinanzen schuf. Weiter war er maßgeblich an der großen Schweizer Föderalismusreform beteiligt, die unter Fachleuten wegen ihrer klaren Basierung auf politökonomischen Prinzipien europaweit Beachtung fand. Als Bundespräsident hat Villiger am 7. Mai 1995 anlässlich des 50. Jahrestages des Kriegsendes vor dem Schweizer Parlament in einer denkwürdigen Rede die Rolle der Schweiz als Hort von Freiheit und Demokratie gewürdigt, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass auch die Schweiz verfolgten Juden gegenüber Schuld auf sich geladen habe, und dafür im Namen der Regierung eine Entschuldigung ausgesprochen. In mehreren Büchern rief Villiger zu langfristigem Denken und Reformfreude auf. Stets forderte der Politiker der Schweizer FDP eine Rückkehr zu einem Sinn für Verantwortung. Im vergangenen Jahr entwarf er 27 liberale Leitideen für wirtschaftspolitisches Handeln

Der Freiheitspreis wird am Samstag, den 12. November 2016 um 11 Uhr in der Paulskirche in Frankfurt am Main verliehen.

Mit dem Freiheitspreis werden alle zwei Jahre Persönlichkeiten geehrt, die Impulse für eine liberale Bürgergesellschaft gegeben und auf diese Weise zur Fortentwicklung freiheitlicher Ziele und Werte beigetragen haben. 2006 ging der Preis an den früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, 2008 an den Literaturpreisträger Mario Vargas Llosa, 2010 an die Publizistin Dr. Necla Kelek, 2012 an den Philosophen Professor Dr. Wolfgang Kersting und 2014 an die Ministerpräsidentin des südafrikanischen Westkap, Helen Zille.

Pressekontakt:
Boris Eichler, Leiter Fachbereich Kommunikation, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, presse@freiheit.org, Tel. 030 28 87 78 59, www.freiheit.org