Die Nominierungen für den Raif Badawi Award for courageous journalists 2018

Short List
Collage der Nominierten für den Raif Badawi Award
Die Nominierten für den Raif Badawi Award © cc-by-sa-3.0 / wiki commons / Claude Truong-Ngoc // ARIJ // Fahad al-Fahad // Amal Habani // Mohammad Al-Salloum Herunterladen

Am 10. Oktober 2018 wird das vierte Mal der Raif Badawi Award for courageous journalists verliehen. Er erinnert an den saudischen Blogger Raif Badawi, der wegen angeblicher „Beleidigung des Islam“ zu zehn Jahren Haft, eintausend Peitschenhieben und einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde. Der Preis honoriert den Einsatz mutiger Journalistinnen und Journalisten in islamisch geprägten Gesellschaften und möchte auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen.

Für den Raif Badawi Award 2018 sind nominiert:

- Kamel Daoud: Der Schriftsteller, Poet und Journalist aus Algerien war Chefredakteur der französischsprachigen Tageszeitung „Le Quotidien d’Oran“. Er wünscht sich eine Gleichberechtigung der Frau in der arabischen Welt und äußert sich auch mal kritisch über den Islam. Daoud legt den Finger in die Wunde und schreckt auch vor unangenehmen Wahrheiten nicht zurück.

- Arab Reporters for Investigative Journalism (ARIJ): Organisationen wie ARIJ aus Jordanien haben sich eine Wächterrolle der Medien auf die Fahne geschrieben. Gründerin Rana Sabbagh selbst hat journalistische Ethik, Integrität und Unabhängigkeit immer vorgelebt: Als erste Chefredakteurin in der Region leitete sie die „Jordan Times“ – bis sie entlassen wurde, weil sie ihre Mitarbeiter ermunterte, tiefgründig und kritisch, auch in Bezug auf die Regierung, zu recherchieren und zu schreiben.

- Fahad al-Fahad: Der Autor und Blogger zahlreicher Artikel zum Thema Menschenrechte in Saudi-Arabien ist im April 2016 verhaftet und zu einer fünfjährigen Strafe verurteilt worden. Als Blogger forderte Fahad al-Fahad unermüdlich Reformen, mehr noch, sich nicht dem staatlich verordneten Common Sense anzupassen, sondern Bürgerrechte einzufordern.

- Amal Habani: Die Koordinatorin des Programms „Gegen die Unterdrückung von Frauen“ setzt sich im Sudan für Menschen- und Bürgerrechte sein. Sie ist dabei zu einer Hoffnungsträgerin für Frauen geworden, die in dem überwiegend muslimischen Land für Gleichberechtigung und eine offene Gesellschaft kämpfen. Besonders lautstark bezieht Habani Stellung gegen die „Public-Order-Gesetze“, nach denen Frauen für „moralische Vergehen“ – wie das Tragen von Hosen – zu Haftstrafen und Peitschenhieben verurteilt werden können.

- Mohammad Al-Salloum: Er lehrte an der Universität Damaskus moderne arabische Literaturkritik. Nach Beginn des Aufstandes gegen das Assad-Regime gab er die sozialkritische Monatsschrift „al-Gherbal“ („Das Sieb") heraus, in der erstmalig die politischen Verhältnisse auf humorvoll-ironische Weise gespiegelt wurden. 2014 wurde er kurzzeitig festgesetzt. Heute arbeitet er von der Türkei aus für ein freies Syrien.

Der Raif Badawi Award for courageous journalists wurde gemeinsam von Raif Badawis Frau, Ensaf Haidar, und dem Journalisten Constantin Schreiber initiiert. Die unabhängige Jury setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen: Astrid Frefel, freie Nahostkorrespondentin in Kairo; Andreas Cichowicz, NDR-Chefredakteur; Jochen Wegner, ZEIT ONLINE-Chefredakteur; Florian Harms, Chefredakteur und Geschäftsführer t-online.de; Daniel Fiedler, ZDF-Leiter der Redaktion 2Kultur Berlin; David Schraven, Publisher und inhaltlicher Geschäftsführer von Correctiv; Philipp Jessen, Geschäftsführer STORYMACHINE; Alexander Krei, DWDL.de-Redakteur sowie Raif Badawis Ehefrau und Präsidentin der Raif Badawi Foundation for Freedom, Ensaf Haidar.

Weitere Informationen zum Award und die Porträts der Nominierten finden Sie auf www.freiheit.org/badawiaward

Der Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. unterstützt.

Pressekontakt: Anders Mertzlufft, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, presse@freiheit.org, Tel. 030 28 87 78 59, www.freiheit.org