Der marokkanische Journalist Ali Anouzla bekommt ersten Raif Badawi Award überreicht

Die Stiftung für die Freiheit ist Mitträger der Auszeichnung und unterstützt Badawis Kampf für eine freiheitliche Gesellschaft.
13.11.2015Berlin
Raif Badawi Award

Im feierlichen Rahmen des Bundesmedienballs hat die international media alliance (ima) gemeinsam mit Ensaf Haidar den ersten Raif Badawi Award for courageous journalists an den marokkanischen Journalisten Ali Anouzla verliehen. Eine achtköpfige Jury hatte Anouzla wegen seiner hintergründigen und unabhängigen Berichterstattung ausgewählt.

Mitträger des Preises ist die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Vorstandsmitglied und Bundesjustizministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sprach zu Beginn der Veranstaltung einleitende Worte im Namen der Stiftung: „Die unabhängige Jury hat mit Ali Anouzla einen – wie ich finde – ganz besonders würdigen Preisträger ausgewählt. Sein Mut und seine Unbeugsamkeit sind uns ein Ansporn und eine Verpflichtung zugleich – für unsere weltweite Arbeit, aber auch für unser Leben hier in Deutschland.“

In der anschließenden Laudatio hob die Journalistin und Autorin Anne-Béatrice Clasmann das beispiellose Engagement des Preisträgers hervor. Ali Anouzla setze sich wie kein anderer für eine freie Presse und Meinungsfreiheit in Marokko ein und decke durch seine investigativen Recherchen immer wieder Menschenrechtsverletzungen auf. Die Expertin für die arabische Welt ist Mitglied der Jury des Raif Badawi Award.

Ensaf Haidar, die Ehefrau von Raif Badawi, überreichte den Preis und betonte im folgenden Gespräch mit Ali Anouzla und Constantin Schreiber, wie wichtig die Auszeichnung für sie und ihren Mann sei. „Wir möchten mit dem Preis denjenigen helfen, die sich wie Raif für ihren Einsatz für Freiheit in Gefahr gebracht haben. Der Fall von Ali Anouzla hat mich sehr beeindruckt.“

In seiner Danksagung unterstrich Anouzla die Bedeutung des Preises für seinen persönlichen Weg und gedachte besonders Raif Badawi: „Ich bin ergriffen und sehr bewegt seitdem ich erfahren habe, dass ich mit diesem renommierten Preis ausgezeichnet werde. Mein erster Gedanke gilt dem Namensgeber Raif Badawi in seiner weit von uns entfernten Zelle und seiner Familie, ganz besonders seiner mutigen Frau. Gleichzeitig bin ich stolz auf diese Auszeichnung, die der Freiheit gewidmet ist. Freiheit ist niemals eine sichere Angelegenheit für die Ewigkeit, selbst in den demokratischsten und liberalsten Ländern unserer heutigen Welt. Sie ist, wie alle kostbaren Werte, zerbrechlich und muss stets durch Bildung erhalten, durch Wissen geschützt und durch unseren Mut, sie jeden Tag voll und ganz auszuleben, gewahrt werden. Gleichsam ein Manifest unserer Vernunft. Dieser Preis ist auch für meinen persönlichen Weg sehr wertvoll. Er würdigt die Pressefreiheit, Garant der Demokratie. Denn sie ermöglicht uns, andere Freiheiten zu schützen und zu verteidigen, wenn diese verletzt oder angegriffen werden“, so Anouzla.
Die Preisverleihung wurde von RTL-Moderatorin Annett Möller und Constantin Schreiber, Mitgründer der international media alliance (ima) und Herausgeber des Buches „1.000 Peitschenhiebe“ mit Texten von Raif Badawi, moderiert. Schreiber ist Initiator des Raif Badawi Award. „Der Preis fügt sich in die verschiedenen Aktivitäten von ima für Presse- und Meinungsfreiheit ein. Gleichzeitig ist der Raif Badawi Award für uns ein besonderes Projekt, das uns persönlich sehr berührt. Wir sind stolz darauf, dass Ensaf Haidar und Ali Anouzla heute Abend bei uns sind“, sagte Schreiber.

Der Bundesmedienball ist eine jährliche Veranstaltung für Medienschaffende mit ca. 400 Gästen. Die Veranstalter unterstützen den Raif Badawi Award auch finanziell. Der Preis wird darüber hinaus durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie die Ullstein Buchverlage gefördert und durch Reporter ohne Grenzen unterstützt.