Präsidentschaftswahlen in Kroatien

18.01.2005

Keine große Überraschung ergaben die kroatischen Präsidentschaftswahlen vom 16.01.2005: Stjepan („Stipe“) Mesic, der bisherige Amtsinhaber, wurde mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt.

Nachdem Mesic im ersten Wahldurchgang mit 12 Herausforderern – unter ihnen drei Frauen – mit 48,92% der Stimmen nur knapp die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt hatte, stand er am vergangenen Sonntag seiner Hauptkontrahentin Jadranka Kosor in einer Stichwahl gegenüber. Mit 66% entschied Mesic diesen Wahlgang klar für sich, während auf seine konservative Gegnerin, die zugleich Vize-Regierungschefin in der gegenwärtigen konservativen kroatischen Minderheitsregierung Sanader ist, gut 34% der Stimmen entfielen. Frau Kosor hat ihr respektables Abschneiden nicht zuletzt dem Votum der kroatischen Diaspora-Wähler zu verdanken, die ihr mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen haben. Daneben gewann sie die Stimmenmehrheit in eher rückständigen Gebieten des Landes.

Anders Stipe Mesic: Er konnte in den prosperierenden Regionen des nördlichen Kroatien und insbesondere in den großen Städten bis zu 85% der Stimmen auf sich vereinen. Der wiedergewählte Präsident, der der ELDR-Mitgliedspartei HNS („Kroatische Volkspartei“) entstammt, steht für die demokratische, freiheitliche und rechtsstaatliche Entwicklung des Landes zwischen Adria und Donau. Durch seinen mutigen Einsatz für ein rechtsstaatliches und demokratisches Kroatien hat Mesic einen bedeutenden Anteil an den positiven Veränderungen, die sein Heimatland in den zurückliegenden fünf Jahren erfahren hat. Auch gelegentlicher heftiger „Gegenwind“ hat ihn dabei nicht an den als richtig erkannten Grundsätzen einer liberalen und toleranten Demokratie irre werden lassen.

An der Schwelle zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU – sie werden am 17.März beginnen - haben sich „Stipes“ Wähler eindeutig für seine Vision von Kroatien entschieden: Ein normales, zukunftsorientiertes europäisches Land, das sich von den Belastungen der Vergangenheit endgültig freigemacht hat.