Policy Paper
Mietendeckel: Symptombekämpfung schafft keinen Wohnraum

Eine kluge Wohnungspolitik muss dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage wieder in Einklang gebracht werden.
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Die Hagelberger Straße in Berlin. © picture alliance/Bildagentur-online Herunterladen

In der Hauptstadt sollen Mieten bei maximal 7,97 Euro pro Quadratmeter gedeckelt werden. Das Vorhaben hat mit sachorientierter Politik nichts zu tun - verlieren würden Hunderttausende Mieter und Eigentümer. Wie der zunehmenden Krise wirklich entgegengewirkt werden kann, zeigt unser Policy Paper „Bezahlbarer Wohnraum“.

Eine kluge Wohnungspolitik muss dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage wieder in Einklang gebracht werden. Nur dann lässt sich die sinkende Eigentumsquote wieder in den Griff bekommen. Hierzu existieren verschiedene Instrumente:

  1. Senkung der Baukosten: Hohe Baukosten werden politisch kritisiert, dabei sorgt gerade die Politik für deren stetige Erhöhung. Etwa ein Drittel des Baukostenanstiegs seit 2000 lässt sich auf zusätzliche Normen, verschärfte Qualitätsstandards und veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen zurückführen.
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  1. Verbesserung von Investitionsanreizen: Der derzeit geltende AfA-Abschreibungssatz von zwei Prozent für vermietetes Wohneigentum ist bei der Beschaffenheit heutiger Neubauten nicht mehr zeitgemäß. Ein Abschreibungssatz von drei Prozent würde deren Nutzungsdauer deutlich sachgerechter abbilden.
  1. Mehr Raum zum Bauen: Allein seit dem Jahr 2010 sind die durchschnittlichen Baulandpreise in Deutschland um über 40 Prozent gestiegen. Es fehlt an ausgewiesenen Flächen und das aktuelle Baurecht erschwert Nachverdichtungen und Umnutzungen.
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© Statistisches Bundesamt
  1. Senkung der Erwerbsnebenkosten: Derzeit ist die Wohneigentumsquote in Deutschland mit etwa 51 Prozent so niedrig wie nirgendwo sonst in Europa. Dabei ist das Wohnen in der eigenen Immobilie gelebte Freiheit und ein wichtiger Bestandteil der Vermögensbildung und Altersvorsorge.
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© Eurostat
  1. Landflucht stoppen: Zahlreiche Kommunen im ländlichen Raum haben nicht mit Wohnraummangel, sondern Wohnungsleerstand zu kämpfen. Damit ländliche Regionen zu einer echten Alternative bei der Wohnortwahl werden und damit die Nachfrage in den Städten entzerren können, muss jedoch das Leben in diesen Regionen wieder attraktiver werden.  
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Jordi Razum, Kommunikationsreferent
Jordi Razum
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