Otto v. Bismarck, Theodor Heuss & Co. - Liberale Denker analysiert

Das neue „Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung“ ist da

Nachricht06.10.2015
Stiftung für die Freiheit, Liberalismus, Forschung

Seit über einem Vierteljahrhundert ist das Jahrbuch die Plattform für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Liberalismus. Für die deutschen Liberalen ist Otto v. Bismarck, dessen Geburtstag sich jüngst zum 200. Mal jährte, sicherlich zu einer „Schicksalsgestalt“ geworden: Einerseits hat er als Kanzler Teile von deren Agenda wie die nationale Einheit gefördert, andere liberale Kernforderungen wie die Parlamentarisierung oder eine freiheitliche Wirtschaftspolitik dagegen blockiert. Im Jahrbuch-Themenschwerpunkt wird die wechselvolle und keineswegs einheitliche Rezeption des „Reichsgründers“ aus liberaler Sicht vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung in insgesamt acht Beiträgen analysiert.

Daneben werden Blicke auf neue Aspekte der liberalen Historiographie – so bei Johann Gustav Droysen und Veit Valentin –, aber auch auf Persönlichkeiten geworfen, die wie Hasso v. Manteuffel und Andrè Glucksmann bisher nicht im Fokus der Liberalismus-Forschung standen. Zu deren „klassischen“ Themen gehören hingegen Theodor Heuss, dessen Briefedition soeben abgeschlossen wurde, und Ralf Dahrendorf  als „öffentlichen Intellektueller“.

Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung Jg. 27 (2015)
Herausgegeben im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit von Eckart Conze, Joachim Scholtyseck und Erich Weede in Verbindung mit Jürgen Frölich und Ewald Grothe
Baden-Baden: Nomos Verlag, 316 S., ISBN 978-3-8487-2477-2, 52,- €