Nachruf
Der liberale Pionier der Netzpolitik

Zum Tod von Jimmy Schulz
Jimmy Schulz
Jimmy Schulz ist nach langer Krankheit verstorben © dpa

Viel zu früh, mit 51 Jahren, ist Jimmy Schulz nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit trauert um einen treuen, wichtigen Freund und Partner, der in vielen Veranstaltungen der Stiftung für sein Politikfeld die liberale Sicht der Dinge glaubwürdig und überzeugend vertreten hat, mit großer Kompetenz und Leidenschaft.

„Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich.“ Dieser Satz von Max Weber gilt für die Art und Weise, wie Jimmy Schulz Politik betrieb, und zwar vor allem in seinem Fachbereich, der Digital- und Netzpolitik – mit dem regionalen Schwerpunkt in Bayern sowie als Bundestagsabgeordneter. Mit unglaublichem Fleiß und riesiger Begeisterung erwarb er sich höchste Anerkennung, und dies in einem Gebiet, das detailliertes Wissen erfordert und wo politische Floskeln wenig zu suchen haben. Für die Fachleute als Unternehmerkollege und parteiübergreifend  für die Netzpolitiker war er „einer der ihren“. Wer ihn zu einer Diskussionsveranstaltung einlud, der wusste genau, was er bekam: einen vehementen und versierten Streiter für Bürgerrechte und digitale Selbstbestimmung, der sich gleichzeitig für alle Neuerungen der Digitalisierung offen zeigte.

Es war viel Arbeit, die Jimmy Schulz dabei erledigen musste. Er tat dies hochmotiviert, kompetent und unermüdlich, sei es nun auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene. Für die Liberalen hat er Wege geebnet in die digitale Community, die für ihre Exklusivität bekannt ist. Wenn den Liberalen heute von allen Parteifamilien die größte Fachkunde in Netzfragen zugesprochen wird, dann ist dies auch das Verdienst der Pionierarbeit von Jimmy Schulz.

Eine heimtückische Krankheit hat ihn aus dem Leben gerissen. Er wusste, dass sein Tod bevorstand. In einem bewegenden Interview mit DER SPIEGEL vom 14. Juni 2019 sagte er: „Es ist in Ordnung, dass ich sterbe.“ Und weiter: „Die Gesellschaft hat immer davon profitiert, dass Menschen auch irgendwann mal gehen und deswegen etwas Neues entstehen kann.“ Das sind ähnliche Worte, wie sie Steve Jobs, der langjährige CEO von Apple Inc., kurz vor seinem Tod 2011 fand - im Alter von 56 Jahren in der Schlussphase seiner langen Krankheit. Kein Zufall, denn Jimmy Schulz und Steve Jobs waren aus demselben Holze geschnitzt: echte Innovatoren, die produktiv für die Zukunft arbeiten, aber ihre Rolle im wachsenden Strom des Wissens ganz nüchtern einschätzen. Genau deswegen werden sie aber weiterleben – in unserer Erinnerung.

Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und vermissen ihn. Jimmy Schulz‘ Arbeit in der Netzpolitik wird noch lange nachwirken. Die liberale Familie wird alles tun, um sein Werk als Pionier in seinem Geiste fortzusetzen.