„Migration als Gewinn für die Zukunft“

Interview mit dem Präsidenten der Liberalen Internationale, Juli Minoves, anlässlich der Generalversammlung in Mexiko City.

Nachricht04.11.2015Heike Dörrenbächer
Stiftung für die Freiheit, Kongress der Liberalen Internationale, Helen Zille, Karl-Heinz Paqué, Juli Minoves
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Was erwarten Sie vom 60. Kongress der Liberal International?

Wir müssen eine sehr wichtige Entscheidung treffen, nämlich ein Verfahren festlegen, wie wir ein neues Manifest für den Liberalismus weltweit verfassen, das zeigt, wie wir als Liberale auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts reagieren. Dieses Manifest werden wir im Laufe der nächsten zwei Jahre verfassen.

Ist der Liberalismus noch attraktiv für politische Bewegungen weltweit? Wie viele neue Mitglieder hat die LI in diesem Jahr aufgenommen?

Wir haben 10 neue Mitglieder aufgenommen. Wir freuen uns sehr, dass 150 Delegierte aus 50 Ländern am Kongress teilnehmen. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass sie den weiten Weg nach Mexiko auf sich genommen haben. Das bedeutet, wir sind wichtig,  und wissen Sie warum:  Wir haben Ideen, Lösungen und Netzwerke, die die Organisationen ohne uns nicht haben. Denken Sie daran, wir haben Beobachterstatus bei der UN, IPU, wir haben ein großes Netzwerk, wir arbeiten viel zum Thema Menschenrechte, unsere Statements und unsere Präsenz weltweit sind sehr bedeutend. Ich bin sehr zufrieden mit der Teilnahme und den Botschaften, die wir vermitteln.

Welche Lösungen schlägt Liberal International vor, um die Flüchtlingskrise in Europa zu lösen?

Als Liberaler sehe ich Migration als Chance, ich sehe darin kein Problem. Migration muss richtig organisiert werden, in einer geordneten Weise, nicht nur in den Aufnahmeländern, sondern auch in den Ländern, aus denen die Menschen kommen. Vor allem in Europa ist Migration eine Chance. Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden  Bevölkerung müssen wir Migration als Gewinn für die Zukunft betrachten.