Menschenrechte – Der Fall Tibet

03.12.2004

Der Referent schilderte die jetzige Situation in Tibet: Es gebe viele Menschenrechtsverletzungen, viele Angriffe gegen die tibetanische Religion und die tibetanische Kultur. In der „autonomen“ Region Tibet leben etwa 2,5 Mio. Tibeter und 1 Mio. Chinesen, wobei die Hauptstadt Lhasa mit über 90 % Chinesen fest in chinesischer Hand ist.
Das Militär ist allgegenwärtig, überall gibt es Überwachungskameras und willkürliche Erschießungen sind keine Seltenheit. Seit kurzem haben die Menschenrechte in China Verfassungsrang bekommen, was leider bisher nur auf dem Papier aber nicht in der Realität angekommen sei.
Wer sich in Tibet den Chinesen völlig anpasse, habe allerdings wirtschaftlich und auch bei Bildung und Ausbildung die gleichen Chancen, vorausgesetzt er kann chinesisch sprechen, was bei der Landbevölkerung nicht der Fall ist.

Am schlimmsten arbeiten die chinesischen Behörden gegen die Klöster:
Von über 6000 Klöstern sind nur noch 250 geblieben. Es werden Spitzel in die Klöster eingeschleust, auch Nonnen verhaftet. Nach 20 Jahren Haft mit brutaler Folter sterben die meisten Verhafteten kurz nach ihrer Entlassung an den Folgen. Zur Zeit gebe es noch etwa 600 politische Gefangene in Tibet.

„Die Tibeter sind ein starkes Volk und es gibt die Hoffnung auf eine neue Generation in China, die einen weiteren Horizont durch internationale Ausbildung erlangt haben. Auch die Olympischen Spiele 2008 in China wecken Hoffnungen auf eine Liberalisierung in Tibet“, so Klemens Ludwig abschließend.

Gisela Bock
Leiterin des Regionalbüros