„Meine Droge ist die Freiheit“

Der syrische YouTube-Star Firas Alshater diskutiert über Integration, Mülltrennug und den Wert der Freiheit

Meinung16.03.2017Andrea Nüsse
Firas Alshater im Diwan-Salon
Firas Alshater im "Diwan"-SalonFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Mit Humor erreicht man mehr – davon ist Firas Alshater zutiefst überzeugt. „Ich habe genug Hass gesehen“, sagt der 26jährige syrische Filmemacher, Comedian und Youtuber. In Syrien wurde er inhaftiert und gefoltert, in Deutschland bringt er mit seinem Videokanal „Zukar“ Deutsche sowie Syrer zum Lachen.

Auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und des Tagesspiegel stellte Firas Alshater nun sein Buch „Ich komm auf Deutschland zu – Ein Syrer über seine neue Heimat“ vor – in fließendem Deutsch.

Dabei geht es immer wieder um die Freiheit. „Was willst du einmal werden, Firas? Ich will frei sein“, lautete schon die Antwort des jugendlichen Syrers auf die Frage nach seiner Berufswahl. Wirklich frei gefühlt, hat Alshater sich erstmals, als er an den Demonstrationen gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad in Damaskus teilnahm – mit dem Megaphon in der ersten Reihe. „Das war Energie pur – ich war sofort süchtig danach. Meine Droge war die Freiheit“, schreibt er in seinem Buch.

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Diwan“, welche das Internationale Journalisten- und Mediendialogprogramm der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit dem Tagesspiegel organisiert, traf der Star der sozialen Medien nun auf Leser, Fans und Neugierige. Unter den rund 150 Gästen waren auch viele Geflüchtete, die dank Simultan-Übersetzung ins Arabische der Diskussion folgen und sich beteiligen konnten. Für viele von ihnen ist der Syrer ein Vorbild, weil er so mutig und munter auf die Deutschen zugeht.

Den Deutschen hält er in seinen Videos und in seinem Buch den Spiegel vor. Mal beißend, mal herzlich, aber immer lustig. Das US-amerikanische TIME-Magazin krönte Alshater, der seit 2013 in Berlin lebt, zum „Clown prince of migrants“. Das Wort Integration hatte Alshater vor seiner Ankunft in Deutschland noch nie gehört – und setzt der deutschen Bürokratie und dem Zuständigkeitswirrwar seine eigene Methode entgegen: „Das gelingt am besten, wenn man gemeinsam lacht“, glaubt Alshater.

„Meine Droge ist die Freiheit“

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit