Medienpolitische Seminare mit der Bundeswehr in der Theodor-Heuss-Akademie

03.06.2004

Dazu gehört auch der Umstand, dass Medien und Politik bzw. Politik und Medien mit den Jahren immer mehr zu einer symbiotischen politischen Klasse zusammengewachsen sind. Das „Prinzip Schröder“ als medial inszenierte Machtgewinnung und Machtbehauptung ohne erkennbare Grundsätze korrespondiert in fataler Weise mit dem „Prinzip Christiansen“ als politisch gemeintem (Streit-) Gesprächs-Ritual ohne erkennbaren Aufklärungswillen.

Die beiden Seminare mit insgesamt etwa 50 Personen hatten einen vergleichbaren Aufbau.
Zu Beginn wurden die Teilnehmer in einer spielerischen Übung mit den Europawahlplakaten der vier fraktionell im Bundestag vertretenen Parteien konfrontiert. Anschließend gab es unter dem Titel „Wie die Medien funktionieren“ ein Impulsreferat zu den rechtlichen und politischen Dimensionen der Medienproduktion. Letzter Teil des ersten Seminartages war die Präsentation und Diskussion eines Fernsehfilmes über die „Kampa 98“, die Gerhard Schröder zum Wahlsieg verhalf.
Der zweite Tag stand im Zeichen einer Exkursion zur Deutschen Welle nach Bonn und zum Privatsender VOX nach Köln, bei der technische Führungen eine gelungene Mischung mit Gesprächen zum politischen Journalismus eingingen. Am letzten Seminartag rundeten externe Vorträge zur Situation der Medienwirtschaft und zum Verhältnis Politik und Medien (aus der Insiderperspektive) die Gesamtschau ab. Insbesondere die Insiderberichte zum besonderen Verhältnis von Journalisten und Politikern zogen die Bundeswehrangehörigen in ihren Bann. Sowohl André Zimmermann, Pressesprecher der nordrhein-westfälischen FDP, im ersten Seminar als auch Josef Gerwald, ehemaliger FDP-Parteisprecher und Direktor der Deutschen Welle, im zweiten Seminar vermochten aus ihrer direkten Erfahrung anschaulich und spannend eine Reihe von grundlegenden Analysen und Erlebnissen darzulegen.

Politische Bildung kann aber nur funktionieren, wenn das Publikum die Programmpunkte aufmerksam aufnimmt und argumentativ vertieft. Insofern gebührt den Soldaten vom Zentrum für Nachwuchsgewinnung NRW durch ihre Diskussionsbeiträge das Verdienst, die beiden Seminare zum Erfolg gebracht zu haben.

Klaus Füßmann
Leiter des Veranstaltungsprogramms der
Theodor-Heuss-Akademie