Wohngipfel

Liberale Strategien für bezahlbares Wohnen

Bundesregierung will „Wohnraumoffensive" starten – doch was muss wirklich getan werden?

Analyse21.09.2018
Bauen in Berlin
Auch in Berlin wird dringend Wohnraum benötigtalexbaumann / iStock / Getty Images Plus

Die Probleme des Wohnungsbaus sind bekannt: Auf dem Land wird teilweise zu viel, in den Städten viel zu wenig gebaut. 400.000 neue Wohnungen pro Jahr müssten deshalb in den Ballungsgebieten entstehen. Im Koalitionsvertrag wurde der Bau von 375.000 Wohnungen jährlich vereinbart, doch diese bereits niedrigere Marke wird laut Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) bereits 2018 verfehlt werden.

Nicht nur der Wohnungsbau, auch die Mieten sind ein Problem. Besonders in Städten wie Berlin steigen die Mieten rasant. Studien zufolge fehlen in Deutschland rund eine Million Wohnungen. Die Folgen liegen auf der Hand: „Wo es zu wenig Angebot bei zu großer Nachfrage gibt, steigen die Preise. Nicht nur beim Mieten, sondern auch die Kauf-, Bau- und Bodenpreise", resümiert die Tagesschau

Auf dem Wohnungsbaugipfel wurde nun u.a. von Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossen, dass Geringverdiener ab 2020 mehr Wohngeld bekommen sollen, eine „Wohnraumoffensive" wurde ausgerufen. Künftig können Investoren bei der Steuer vier Jahre lang zusätzlich jeweils fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung geltend machen.

Doch was muss weiter aus liberaler Sicht getan werden?

Hohe Baukosten werden politisch kritisiert, gleichzeitig sorgt aber gerade die Politik für eine stete Erhöhung der Baukosten. Um nahezu 40 Prozent sind die Baukosten in Deutschland seit dem Jahr 2000 gestiegen. Die reinen Baupreise sind im gleichen Zeitraum nur um rund 27 Prozent gestiegen. Alle zusätzlichen Kostensteigerungen sind staatlich verursacht.

Wohnen

Insbesondere die Baulandpreise steigen in den Ballungsräumen immer stärker. Der Grund hierfür ist einfach: Wer bauen will, braucht Raum! Doch genau an diesem Raum mangelt es in deutschen Städten, da die Ausweisung von Bauland viel zu restriktiv erfolgt. 

Hermann Otto Solms

Die aktuelle Wohnungsbaupolitik ist geprägt von planwirtschaftlichen Eingriffen. Die Mietpreisbremse oder immer neue kostensteigernde Auflagen und Verordnungen schaden Mietern wie Eigentümern und verhindern Investitionen. Wir brauchen endlich einen Richtungswechsel hin zu bezahlbaren Wohnungen: Einfache und flexiblere Vorschriften, geringere Baukosten und niedrige Steuern.

Hermann Otto Solms

Wohnungsbau ist sozial: Jede zusätzliche neu gebaute Wohnung erhöht das Angebot und schafft damit quantitative Entlastung auf dem Wohnungsmarkt, unabhängig von dem Preissegment und unabhängig davon, ob Miet- oder Eigentumswohnung. Kosteneinsparungen als Voraussetzung für preiswertes Wohnen lassen sich durch Inkaufnahme von Lagenachteilen (niedrige Grundstückspreise) und vor allem durch serielles, industrielles Bauen erreichen. Programme und Fördermaßnahmen sollten so ausgestaltet sein, dass sie sowohl für genossenschaftliche und öffentliche Unternehmen in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase angemessen sind als auch privaten Investoren Anreize bieten.

Weitere liberale Strategien für bezahlbares Wohnen finden Sie in der Publikation.