Karl-Hans Laermann: „Für Bildung und Freiheit“

16.02.2010

Laermann sei auch, so Flach weiter, einer der wenigen, der es verstanden habe, umweltpolitische Themen in volkswirtschaftlichen Ordnungszusammenhängen zu deuten und zu behandeln. Außerdem habe er sich – vor allem in seiner Zeit als Bundesminister – massiv für mehr Technikfreundlichkeit in Deutschland eingesetzt. Eine seiner jüngsten forschungspolitischen Forderungen sei die Übertragung des nordrhein-westfälischen Hochschulfreiheitsgesetzes auf den Bund.

Für Bildungs- und Forschungs-Investitionen hartnäckig gekämpft

Andreas Pinkwart, Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsminister, nannte Laermann einen waschechten Rheinländer, der im Kreis Erkelenz geboren sei, in Wuppertal einen Lehrstuhl für Baustatik innehatte, in Bonn im Bundestag politisch gewirkt habe und in Mönchengladbach lebe. Er habe für Bildungs- und Forschungs-Investitionen hartnäckig gekämpft und sich auch frühzeitig für die Modernisierung der Informationsverarbeitung im Deutschen Bundestag eingesetzt (BTX). Wegweisend seien seine Ermutigungen zum Umgang mit den neuen Technologien in der Bevölkerung und sein Wirken für die Forschungsfreiheit gewesen.

Zuletzt trat Karl-Hans Laermann selbst ans Rednerpult. Er zitierte in seiner Rede Joachim Ringelnatz: „Soviel Danke habe ich nicht, wie ich nunmehr schuldig bin.“ Er freue sich über den Veranstaltungstitel „Für Bildung und Freiheit“, ein Motto, das ihm zeitlebens ein persönlich-politisches Anliegen gewesen sei, und bilanzierte zufrieden: „Zum Gemeinwohl habe ich doch wohl beigetragen.“ Sein Vorgänger im Bundestag, der 1974 zum Bundespräsidenten gewählte Walter Scheel, habe ihm einen herzlichen Geburtstagsgruß zum 80. geschickt und ihn in der „Dekade des Glücks“ willkommen geheißen.

Klaus Füßmann