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“Animating COVID-19”: Ein kreativer, europäischer Blick auf die Coronakrise

Collage Comics

Das Coronavirus verändert das Gesicht Europas: geschlossene Grenzen, wirtschaftliche Einschränkungen und Lockdowns unterbrechen zuvor als selbstverständlich erlebte Verbindungen. Dies schmerzt nicht nur im Hinblick auf persönliche und wirtschaftliche Beziehungsnetzwerke, sondern auch auf den innereuropäischen Austausch und das vielen bereits zur zweiten Identität gewordene Gefühl eines European Citizenship.

Während der temporären räumlichen Trennung eines zuvor so dicht verbundenen Europa wird die Auseinandersetzung mit dem, was Europa in diesen Zeiten verbindet und zusammenhält, zu einer Schlüsselfrage der europäischen Identität: welche sind die Ideen, die Gefühle und die Überzeugungen, die Einheit und Verbindung schaffen? Welche Schlüsse können und wollen Europäer für sich und füreinander aus dieser Krise ziehen? Diese Fragen sind nicht zuletzt Fragen der individuellen Auseinandersetzung eines jeden einzelnen europäischen Bürgers mit Europa, während der Coronakrise sowie weit über sie hinaus. Diese Fragen stellen sich auch die in dem Projekt „Animating COVID-19“ vereinten Comic Artists, die ihre Auseinandersetzung mit Europa in Zeiten von Corona in vierzehn einseitigen graphic stories verarbeitet haben.

„Animating COVID-19“ ist ein Projekt des Regionalbüros Europäischer Dialog der FNF in Brüssel, das sich seit nunmehr sieben intensiv Jahren dafür ein setzt, den Dialog über Europa durch den Einsatz künstlerischer Formate zu stärken. Alle zwei Jahre kuratiert das Regionalbüro in diesem Zusammenhang den Comic-Wettbewerb „Animate Europe“, der junge Künstler zur Auseinandersetzung mit europäischen Fragen anregt. „Animating COVID-19“ ist in Zusammenarbeit mit ehemaligen Finalistinnen und Finalisten des Comicwettbewerbs entstanden und schafft einen sowohl kulturell wie auch politisch und persönlich inspirierenden und bewusstseinserweiternden Zugang zur conditio europeana während und nach der Coronakrise. Und wie im Format „Animate Europe“ üblich, kommt dabei eine große Portion Kreativität und Humor zum Einsatz.

Gemeinsam in die Zukunft schauen

Die in diesem Projekt vorgestellten Arbeiten teilen die Ansicht, dass Europa trotz der derzeitigen Einschränkungen des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit eng verbunden bleibt und starke Werte teilt, die die Verbindung stützen. Trotz der temporären gesamtgesellschaftlichen Fragmentierung im Angesicht der durch die Krise entstandenen Risiken sitzen Europäer im selben Boot und erleben ähnliche individuelle Herausforderungen, wie etwa Gefühle der Leere, der Einsamkeit, der Klaustrophobie oder der Langeweile unter den teilweise noch immer sehr strengen Lockdown-Bedingungen. Dennoch schauen die Comics positiv in die Zukunft und blicken optimistisch einer sich allmählich manifestierenden Normalisierung entgegen, die umso gefestigter werden dürfte, je mehr Europa in diesen Zeiten zusammenhält und Europäer solidarisch füreinander und für ihre Vielfalt einstehen. Insbesondere betonen die Comics den heilsamen Effekt, den Solidarität auf den existenziellen Stress und die tiefe Verunsicherung haben kann, welche viele Europäer in diesen Zeiten belastet und sie mit Sorge in die Zukunft blicken lässt. Genau diese Ängste jedoch, so argumentieren die Comics, schaffen auch Antriebskräfte für politischen Handlungswillen und für Visionen zur gemeinsamen Zukunftsgestaltung. Gerade im vollen Bewusstsein über die Herausforderungen, die diese Krise, insbesondere in Verbindung mit anderen großen, bereits längerfristig bestehenden politischen Herausforderungen an Europa stellt, sehen die hier präsentierten Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit einer Konsolidierung der europäischen Zusammenarbeit sowie einer allgemeinen Festigung des Bewusstseins über die Möglichkeiten, die Europa seinen Bürgern bietet.

 

Alle Comics finden Sie hier.