Stiftung
Jahresbericht

Der Jahresbericht 2018 gibt einen Überblick über die Projektarbeit im In- und Ausland und die Veranstaltungs-Highlights der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit im vergangenen Jahr. Steffen Saebisch, Hauptgeschäftsführer der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, gibt in seinem Vorwort zum Jahresbericht bereits einen kurzen Einblick in die Arbeit der Stiftung. 

Herausforderungen und Wandel

Abschied und Aufbruch

Liebe Leserinnen und Leser, auch im Jahr 2018 standen die liberalen Demokratien weltweit unter Druck. Zu den gewohnten Attacken von links und rechts kommen neue intolerante und populistische Kräfte hinzu, die sich den bisherigen politischen Kategorien entziehen. Populisten und Autoritäre finden weltweit Zustimmung, weil sie einfache Lösungen in einer immer komplizierter werdenden oder so empfundenen Welt anbieten. Diese Kräfte sind mittlerweile mitten im Herzen Europas angekommen

Wir als Stiftung für die Freiheit setzen uns hier für eine andere politische Kultur ein: Nachdenken, Abwägen, Diskutieren und Entscheiden in Toleranz und Achtung für den Andersdenkenden. Denn Demokratie und Rechtsstaat funktionieren nicht ohne differenzierte Lösungen und Kompromisse zur Entscheidungsfindung. Diese Erkenntnis war der Grund für Theodor Heuss, unsere Stiftung 1958 zu gründen. Diese historische Mission prägt unsere Arbeit seit nunmehr über 60 Jahren.

2018 konnten wir mit vielen Gästen, Freunden und Wegbegleitern auf 60 Jahre Arbeit für die Freiheit zurückblicken. Die Festveranstaltung in Berlin im Mai 2018 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Christian Lindner, Norbert Lammert und vielen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, den anderen Politischen Stiftungen, Partnern, Freunden und ehemaligen Mitarbeitern der Stiftung war eine Selbstvergewisserung für unsere Mission und unsere Verpflichtung, uns weiter weltweit für die Freiheit einzusetzen. Herausforderungen und Wandel prägen unsere Zeit: Abschied und Aufbruch unserer Arbeit im Jahr 2018

Das Kuratorium der Stiftung wählte im März 2018 für die nächsten vier Jahre einen neuen Vorstand. Nach zwölf Jahren im Amt hatte sich Dr. Wolfgang Gerhardt entschieden, nicht wieder für den Vorsitz des Vorstandes zu kandidieren. Wolfgang Gerhardt hat die Stiftung in den zwölf Jahren seiner Führung geprägt und verändert. In der Existenzkrise des politischen Liberalismus 2013 setzte er konsequent und unbeirrt einen inhaltlichen und organisatorischen Neuanfang durch, „beispiellos in der Geschichte der Stiftung“, wie Christian Lindner es formulierte. In Anerkennung und auch in der Erwartung, ihn weiter mit der Stiftung zu verbinden, bestellte das Kuratorium Ende 2018 Dr. Wolfgang 5 Gerhardt zum Ehrenvorsitzenden des Vorstandes. Der neue Vorstand mit Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué an der Spitze, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als seine Stellvertreterin, Manfred Richter wieder als Schatzmeister und den Mitgliedern des Deutschen Bundestages Bettina Stark-Watzinger und Michael Georg Link will diesen begonnenen Weg konsequent und mit zusätzlichen Schwerpunkten weitergehen.
Die schon zum Ende des Jahres 2017 beschlossenen strategischen Ziele 2022 geben den Rahmen für die noch notwendigen Veränderungen, die der neue Vorstand bis zum Ende des Jahres 2022 umsetzen will.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das Jahr 2018 auch mit externer Hilfe genutzt, um die interne Struktur und die Organisation im Hinblick auf die neuen Herausforderungen kritisch zu überprüfen. Effizienz, Transparenz, Kommunikation, Digitalisierung und die Verknüpfung der Auslandsund Inlandsarbeit standen im Fokus. Mehr inhaltliche Schwerpunkte, Abbau interner Bürokratie und neue Kommunikationsimpulse werden die Stiftungsarbeit klarer und leichter machen. Unser neues Logo, das Sie auf dem Titel sehen, soll diesen Aufbruch symbolisieren. Neue Führungskräfte sind 2018 in ihre Funktionen berufen worden und gehen mit viel Engagement an die Arbeit.

Zeitgleich musste der Geschäftsbetrieb weiterlaufen. Trotz vorläufiger Haushaltsführung des Bundes und interner Haushaltssperren ist es auch 2018 wieder gelungen, die Zahl der Bürgerinnen und Bürger in den Veranstaltungen des Regionalprogramms der Stiftung deutlich zu steigern, auf nunmehr 57.000 gegenüber 43.000 in 2017. Zu dieser Entwicklung trugen auch die Großveranstaltungen bei: Der Freiheitspreis 2018 an Bundespräsident a. D. Joachim Gauck in der Frankfurter Paulskirche wie auch die 12. Berliner Rede zur Freiheit mit Timothy Garton Ash am Brandenburger Tor oder der 2. Innovationskongress in Berlin fanden nicht nur ein breites mediales Echo und eine rege Nachfrage des Publikums, sondern gaben der Stiftung auch wichtige Impulse für ihre Arbeit. Das Gedenkjahr 2018 hat auch die politische Bildungsarbeit der Stiftung geprägt.
Ein Kongress in Berlin zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 mit vielen ausländischen Gästen und einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Herfried Münkler zeigte den Spannungsbogen der Entwicklung Europas in den letzten 100 Jahren mit allen Chancen und Risiken unserer Tage. Was aus der Geschichte zu lernen ist und wie wir Europäer den zivilisatorischen Fortschritt eines geeinten Europas schützen, war das Thema dieser Veranstaltung.

Die Schwerpunkte der Auslandsarbeit unserer Stiftung in über 60 Projektländern reflektierte auch im Jahr 2018 die zunehmende Verhärtung der internationalen Beziehungen. Die Ausrichtung eines regelmäßigen transatlantischen Freiheitsforums soll die Kommunikationskanäle in die Vereinigten Staaten offenhalten, gerade in Zeiten eines US-Präsidenten Donald Trump. Im Gegenzug sind Gaidar-Naumann-Forum, Nemtsov-Preis und die Projektarbeit in Russland notwendige Beiträge zur Stabilisierung der russischen Zivilgesellschaft. Aber auch in Asien und Lateinamerika hat die Stiftung 2018 neue Schwerpunkte gesetzt mit der Eröffnung neuer Büros in Malaysia und Peru. Leider sehen wir den globalen Trend zu autoritären Regimen ungebrochen, so dass wir auch 2018 in einigen Ländern als internationale NGO zunehmend Verdächtigungen und staatlichen Kontrollen unserer Arbeit, unserer Partner und unserer Inhalte ausgesetzt gewesen sind.

Ich lade Sie herzlich ein, sich an dieser Mission der Freiheit zu beteiligen. Vielleicht macht Ihnen die Lektüre dieses Jahresberichts 2018 der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Lust, sich für unsere Arbeit zu interessieren, in unsere Veranstaltungen zu kommen oder sich auf freiheit.org über unsere Arbeit vertieft zu informieren. Kommen Sie zu uns!
Wir freuen uns auf Sie!

 

Steffen Saebisch, Hauptgeschäftsführer der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. 

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Jahresberichte früherer Jahre finden Sie hier.