Innovationen - Antrieb und Bedeutung für unsere Zeit

14.10.2009

Innovationen als Wachstumsmotor und Modernisierer unserer Volkswirtschaft - eine Schlussfolgerung, die inhaltlich von allen großen deutschen Parteien mitgetragen wird. Doch was bewirkt die Politik tatsächlich, um ein positives Innovationsklima zu schaffen? Wie werden Innovationen in die Praxis umgesetzt und kann man von der Innovationspolitik in anderen Ländern etwas lernen?

Um sich intensiver mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, hatten sich 23 Teilnehmer in der in Gummersbach eingefunden.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einer ausführlichen theoretischen Grundlagenvermittlung durch den Arbeitskreisleiter Christoph Hahn, der sich bereits ausgiebig in seiner Diplomarbeit mit dem Thema auseinandergesetzt hatte. Bei einer von René Lange geleiteten Podiumsdiskussion war es das Ziel, zu erkennen, mit welchen Konzepten die Parteien ihre Innovationspolitik vorantreiben wollen. So fordern die Christdemokraten mehr steuerliche Berücksichtigung von Forschungsaufwendungen, die Linken eine stärkere Eindämmung der Forschungsförderung von Exportindustrien und die Grünen eine gesetzliche Durchsetzung von Gleichberechtigung. Bei den Sozialdemokraten soll es ein Masterplan „Seniorenwirtschaft“ richten und die Liberalen setzen ihren Fokus auf eine Kultur, die die Gründung und Weiterführung von Betrieben begünstigt.

Prof. Friedrich Kerka vom Institut für angewandte Innovationsforschung Bochum stellte in seinem Vortrag „Innovationsfähigkeit in der Wissensgesellschaft“ die These auf, dass der Innovationsstandort Deutschland zum Teil nicht durch das Engagement der Politik auf eine positive Bilanz blicken kann, sondern trotz der politischen Maßnahmen. Er appellierte an die Politik, bei der Errichtung einer Wissensgesellschaft die Förderung von „Umsetzungseliten“ nicht zu vernachlässigen.

Einen direkten Praxiseinblick ermöglichte Bettina Hoppmann, Acceleration Manager bei der 3M Deutschland GmbH. Sie unterstrich, dass die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen nur durch eine leistungsfähige Innovationskultur im Unternehmen erreicht werden kann und durch eine hohe Kundenorientierung.

Ein Blick auf die Volksrepublik China sollte schließlich eine gänzlich andere Perspektive ermöglichen. In seinem Vortrag über „Chinas Weg in die harmonische Gesellschaft“ als Gegenentwurf zur westlichen Demokratie stellte Promotionsstipendiat Kai Gleissner ein Konzept vor, dass die Innovationskraft der Volksrepublik steigern und den Lebensstandard der Armen und Niedrigverdiener erhöhen soll. Ein Vortrag zur strategischen Ausrichtung von Innovationsfinanzierungen in China von Jörg Seyfart, Senior Investmentmanager der Deutschen Entwicklungs- und Investitionsgesellschaft rundete das Seminar ab.

René Lange

Christoph Hahn

Arbeitskreis „Innovation und Umwelt“ der Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit