"Innovation Grundvoraussetzung für Standort Deutschland"

Innovationsoffensive "Mittelstand und Gründer" in Karlsruhe

Nachricht22.06.2017Melanie Kögler
Innovation
Die Innovationsoffensive „Mittelstand und Gründer“ ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe, die mittelständische Unternehmen und Gründer bei der individuellen Entfaltung ihres Innovationspotenzials unterstützt.istock / joakimbkk

Im April startete die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gemeinsam mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) e.V. und der AiF Forschung · Technik · Kommunikation GmbH (AiF F·T·K) ihre diesjährige Innovationsoffensive "Mittelstand und Gründer" in Paderborn. Die Initiative ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe, die mittelständische Unternehmen und Gründer bei der individuellen Entfaltung ihres Innovationspotenzials unterstützt und über politische Rahmenbedingungen und Chancen für die Gesellschaft informiert.

Nach Stationen in Nürnberg und Hamburg fand nun ein weiterer Termin der Reihe in Karlsruhe statt. "Einem der Innovations-Hotspots Deutschlands", so Jochen Merkle, Leiter des Regionalbüros Stuttgart der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Trotz großer Hitze fanden sich viele Unternehmer und Interessierte im Hoepfner Burghof ein, um Innovationspotentiale zunächst nachmittags bei Workshops zu den Themen „Digitale Geschäftsmodelle“ „Innovationsförderung / Fördermaßnahmen, Antragsstellung und Administration“, oder „Innovative Mitarbeiter finden und binden“ zu erörtern und abends nach Impulsvorträgen von Unternehmern im Plenum zu diskutieren. Stationen, bei denen Unternehmen ihre „Innovationen zum Anfassen“ vorstellten, rundeten den Abend ab.

Teilnehmerin Workshop

Für mich war es sehr interessant, Einblick in nationale Fördermöglichkeiten zu bekommen.

Samantha Michaux - Teilnehmerin am Workshop „Innovationsförderung/Fördermaßnahmen, Antragsstellung und Administration“

Digitalisierung und die Arbeitswelt der Zukunft

Ein großes Thema in der Diskussion war die Digitalisierung, die als eine der größten Veränderungen der letzten Jahre in alle Lebensbereiche ausstrahlt und man daher entsprechend mit ihr umgehen muss, wie sich alle Referenten einig waren. Es ist wichtig, im Kopf digital zu denken, stellte Reinhard Ematinger von FIVE digital UG fest.

Die Situation gestaltet sich durch das stete Aufkommen neuer Technologien kompliziert, da Digitalisierung nicht (mehr) nur Vernetzung bedeutet. Big Data wird erst durch Kontext-Informationen zu Smart Data und damit nützlicher. Es müssen Zielvisionen festgelegt werden, um nicht verloren zu gehen, so Rainer Nägele, Leiter der Geschäftsstelle des Technologiebeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg. Für die Arbeitswelt der Zukunft brauche es neue Geschäftsmodelle sowie neue Wertschöpfungslogiken. In nicht allzu ferner Zeit werden Roboter gemeinsam mit Menschen arbeiten - entsprechende Strukturen hierfür müssen geschaffen werden.

Frank Notz

Um am Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir ein Stück weit innovativer und technologisch besser sein, um den Kostennachteil unseres Standorts zu kompensieren.

Frank Notz - Geschäftsführer der Festo Vertrieb GmbH & Co. KG

Innovationsvoraussetzungen am Standort Deutschland

Frank Notz, Geschäftsführer der Festo Vertrieb GmbH & Co. KG hielt fest, dass es uns in Deutschland nicht an Ideen mangelt, sondern daran, diese umzusetzen – nur Kreativität alleine reiche jedoch nicht. Die Welt drehe sich schnell weiter, Geschäftsstrukturen ändern sich zunehmend, die reale und die virtuelle Welt wachsen immer mehr zusammen.

Gerade in Deutschland sei zudem wichtig, herauszufiltern, wann, wo und wie Kaufentscheidungen getroffen werden. In Folge dessen müsse ein Mehrwert geschaffen und dieser deutlich gemacht werden, da Deutschland in Hinblick auf den Preis allein aufgrund der Markt- und Wettbewerbssituation im internationalen Vergleich im Nachteil ist. Hier muss auch das Innovationspotential der Unternehmen anknüpfen.

Frank Roth

Innovation ist für mich das Weitertreiben von Dingen, immer wieder neu Ideen zu entwickeln und sie umsetzen. Damit man besser lebt und alles einfacher geht.

Frank Roth - Vorstand bei der AppSphere AG

Gerade mittelständische Unternehmen hätten es aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten sowie einer beschränkten Infrastruktur schwerer, Innovationen umzusetzen – umso wichtiger sei es, sich zu vernetzen und Kooperationen einzugehen, so Michael Krause, Geschäftsführer der AiF F-T-K GmbH.

Prof. Henning

Innovation ist Kreativität in den Köpfen. Diese Kreativität freizusetzen, ist aber problematisch, weil wir teils noch in altem Denken verhaftet sind. Das müssen wir ändern.

Prof. Dr. Peter Henning - Teilnehmer an der Veranstaltung und Vertrauensdozent der Friedrich Naumann-Stiftung für die Freiheit

Der nächste Termin der Reihe findet am 14. August in der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. (FOSTA) statt. Nach weiteren Stationen in Achim (bei Bremen), Osnabrück und Berlin schließt die Innovationsoffensive „Mittelstand und Gründer.“ am 11. Oktober mit einer festlichen Abschlussveranstaltung im Landesmuseum in Mainz.