Menschenrechte International

Indien – Förderung der Rechte von Transgender

Nachricht06.11.2018
Es ist ein weiter Weg bis zu gesellschaftlicher und politischer Anerkennung von Transgender-Personen in Indien.
Es ist ein weiter Weg bis zu gesellschaftlicher und politischer Anerkennung von Transgender-Personen in Indien.pixabay.com/SoumenNath

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Transgender-Personen in Indien, die unter anderem Hijras, Trtiyaparkriti, Napumsaka, Aravanis, Jogtas oder Kothis genannt werden, weist ein erstaunlich breites Spektrum auf und reicht von großer Verehrung bis hin zu starker Ausgrenzung. In früheren Zeiten noch als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbole verehrt, sind sie heute überwiegend dazu gezwungen, ein Dasein am Rande der indischen Gesellschaft zu fristen. Auch die Erfolge der juristischen Anerkennung des „dritten Geschlechts“ in den vergangenen Jahren konnten hieran bisher nichts ändern.

Der Diskriminierung und den Vorurteilen gegen Transpersonen kann man aber durch Aufklärung und Bildung entgegentreten. Genau das ist das Ziel des neuen Hochschulkurses „Rechte von Transgender“ der renommierten juristischen Fakultät der Universität Bangalore. Die FriedrichNaumann-Stiftung für die Freiheit entwickelte hierfür gemeinsam mit dem Centre for Law and Policy Research (CLPR) das Curriculum. Darüber hinaus wird auch eine Law-Clinic eingerichtet, die Transpersonen zu ihren Rechten berät. Tarini Maheshwari, Student an der National Law School of India, Bangalore, berichtet: „Ich war schon immer an Minderheitenrechten interessiert und dieser Kurs gab mir die Gelegenheit, die Probleme der Transgender-Gemeinschaft zu untersuchen, die eine besonders marginalisierte gesellschaftliche Gruppe in Indien darstellt. Diese rechtlichen Fragen sind nirgendwo sonst Teil der Pflichtfächer des Curriculums an den juristischen Fakultäten.“

Publikationen zum Thema

Liberale Menschenrechtsarbeit 2018

Auch 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) gelingt es der Weltgemeinschaft weiterhin nicht, die Menschenrechte effektiv zu schützen. Ob bewaffnete Konflikte, Armut oder Korruption – Menschenrechtsverletzungen kennen viele Gründe. Die Auswirkungen sind drastisch und treffen nicht mehr nur entlegene Gebiete des Globalen Südens, sondern sind als Ursache für Flucht, Migration oder Extremismus auch Themen, mit denen wir uns in Deutschland mehr beschäftigen müssen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit setzt sich in über 50 Staaten der Erde für die Menschenrechte ein. Anlässlich des 4. Novembers, der das Unterzeichnungsdatum der Europäischen Menschenrechtskonvention markiert, legt die Stiftung 2018 ihren ersten Menschenrechtsbericht vor. 70 Jahre nach der Unterzeichnung der AEMR und genau 60 Jahre nach Gründung der Stiftung will sie damit durch Beispiele aus ihrer weltweiten Tätigkeit die Diskussion um eine effektivere internationale Menschenrechtsarbeit und Menschenrechtspolitik anregen. Mehr

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