Ich bin dann mal im Homeoffice…

Arbeiten 4.0: Digitalisierung der Arbeit

Nachricht09.12.2015
Stiftung für die Freiheit - Die digitale Gesellschaft - Herausforderungen und Chancen Wirtschaft und Arbeit 4.0
Arbeit 4.0 bringt Flexibilität und ist eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und -nehmer.CC BY 2.0 Giorgio Montersino /Flickr/bearbeitet

Digitaler Wandel und Informations- und Kommunikationstechnologien verändern unser Leben – privat und im Job. Wie wirkt sich die Digitalisierung konkret auf Arbeitsprozesse aus? Dazu haben wir in Potsdam mit Christine Schulze-Grotkopp, Referentin Public Affairs beim Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware diskutiert.
 

„Mit der Option auf Homeoffice bewerten Mitarbeiter die Arbeitsqualität und Fairness ihres Vorgesetzten höher und fühlen sich ihrem Betrieb mehr verbunden“ sagte Christine Schulze-Grotkopp. Flexibilität im Zeichen der Digitalisierung der Arbeitsprozesse und Branchen ist also eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und -nehmer, die Effizienz steigt und Work-Life-Balance sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden Realität. Wir sind mobil, „always on“, die Arbeitszeiten verschieben sich. Länder- und kontinentübergreifende Projektarbeit ist nicht mehr allein Chefsache, sondern Alltag - durch alle Berufsgruppen hindurch. Um diese schier unendlichen Möglichkeiten besser zu managen gibt es neue Tools und Softwarelösungen. Willkommen bei der Arbeit 4.0!

Neben diesen großen Chancen gibt es natürlich auch Herausforderungen. Die Grenzen von Privatsphäre und Arbeit verschwimmen, „always on“ kann auch in Stress ausarten und der Zusammenhalt in den Teams könnte in Mitleidenschaft geraten. Sicher ist: Mit der Technologie verändern sich Arbeitsalltag und Teams. Arbeiten 4.0 ist unabhängig von Raum und Zeit. Nach dem schnellen und leistungsstarken Internet kamen Cloud-Technologien, Smartphones und damit Prozesse und Materialien digitalisiert.

Eine aktuelle Befragung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) „Mobiles und entgrenztes Arbeiten“ hat ergeben, dass Homeoffice insbesondere bei Berufen mit hoher Qualifikation, Zeitdruck, Autonomie sowie bei Frauen mit Kindern angeboten wird. Deutlich wird auch, dass dieses Arbeitsmodell weiterhin verstärkt Führungskräften angeboten wird und diese Zahl sich seit 2013 nicht gesteigert hat. Dennoch finden viele Beschäftigte, die in ihrer Freizeit arbeiten, häufig Rollenkonflikte zwischen Arbeits- und Privatleben, so Schulze-Grotkopp. Weitere Benefits sind der Wegfall der Anfahrt zum Job, mehr Konzentration für manche Aufgaben und die Tendenz geht eher dazu, dass mehr und länger gearbeitet wird, als am regulären Arbeitsplatz im Büro.

So stehen also noch Einiges für Führungskräfte und Mitarbeiter auf der Agenda: Wie werden unter diesem Vorzeichen dezentrale Teams geführt, die sich aktiv beteiligen? Prozesse und Tools müssen immer up-to-date sein, Erreichbarkeitszeiten müssen neu definiert und Entscheidungsspielräume erweitert werden. Damit alle Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand sind, sollte die Maßnahme Mitarbeiterschulung nicht fehlen.

Ein Beispiel für gelebtes Arbeiten 4.0 ist die Gamesbranche. „Computer- und Videospiele sind ein originär digitales Medium und die Mitarbeiter der Branche sind sehr technikaffin“, so Schulze-Grotkopp. Die Teams sind international besetzt und der Vertrieb ist international ausgerichtet. Der nationale oder kulturelle Kontext rückt in den Hintergrund. Besonders spannend ist hier, dass die Branche so schnell gewachsen ist und damit der Innovationsgeist und die Start-up-Kultur erhalten geblieben ist.

#arbeitenviernull #arbeiten40