Philippinen

Wähler nehmen Strapazen in Kauf

Die Wahl auf den Philippinen verlief geordnet, teilt unser Wahlbeobachter mit

Nachricht13.05.2019Julia Gresförder
Wahl Philippinen
In den Philippinen wird heute der halbe Senat gewählt.picture alliance/AP Photo

Die Wahllokale sind nun geschlossen. Die Wahlen auf den Philippinen verliefen ohne große Probleme, erklärt Wahlbeobachter Wolfgang Heinze, Projektbüroleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung auf den Philippinen. Gewählt wurden 18.000 Mandate und der halbe Senat. Wolfgang Heinze war in Manila unterwegs und hat dort die Wahl an verschiedenen Stationen begleitet.

„Alles verlief sehr geordnet: Die Wahlhelfer waren trainiert und der Wahlprozess zeigte keine Auffälligkeiten“, erklärt Wolfgang Heinze. Und das trotz 35 Grad Lufttemperatur: „Teilweise mussten die Menschen drei Stunden anstehen, um wählen zu können. Viele haben sich daher Wasser und Essen mitgenommen, um die Wartezeit zu überbrücken.“ Allerdings sei es auch vorgekommen, dass einige Menschen ohnmächtig geworden sind. 

Um trotz der Hitze auch ältere Menschen zum Urnengang zu bewegen, gibt es seit den vergangenen Wahlen Kabinen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Die auch gut angenommen wurden. Zur generellen Wahlbeteiligung konnte der Experte noch nichts sagen: "Da müssen wir die Ergebnisse abwarten. Es sah aber konstant zum Vergleich mit der letzten Wahl aus."

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Es gab Wahlkabinen extra für ältere Menschen.Freiheit.org

Nun werden die Ergebnisse ausgezählt. Mit einem vorläufigen Ergebnis ist vor morgen früh nicht zu rechnen. Die einzelnen Stationen schicken ihre Stimmen nun zur Auswertung an den offiziellen Wahlleiter.

„Der offizielle Wahlcomputer wurde während einer Zeremonie aufgebaut“, erklärt Wolfgang Heinze. „Dies hat fast 45 Minuten gedauert. Ich fand ganz amüsant, dass jedes Kabel erst mit der Genehmigung des obersten Wahlleiters ausgepackt wurde – sogar das Druckerpapier.“

Wie die Wahl ausgehen wird, bleibt abzuwarten. Es ist zu befürchten, dass der oppositionelle Block im Parlament schrumpfen wird. Bis jetzt konnte die Opposition die Wiedereinführung der Todesstrafe oder die Herabsetzung des Mindeststrafalters auf 12 Jahre verhindern. Wenn dies allerdings nicht mehr der Fall ist, könnte die Regierung sogar die gewünschte Verfassungsänderung durchführen.

 

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Wolfgang Heinze und seine Kollegin Sinta Suryani sind bei den Wahlen unterwegs.Freiheit.org