Gedenken an den russischen liberalen Helden

Boris Nemzow

Nachricht29.02.2016Julius von Freytag-Loringhoven
Gedenken an den russischen liberalen Helden Boris Nemzow
Vorstellung der Nemtsov Foundation for Freedom in LondonStiftung für die Freiheit

Viele Tausend Menschen hatten sich in Moskau und anderen russischen Städten zu Gedenkmärschen im Andenken an den am 27. Februar 2015 ermordeten liberalen Oppositionspolitiker Boris Nemzow versammelt. Bei einer Gendenkfeier im Londoner Haus von „Offenes Russland“ des russischen Geschäftsmanns Michail Chodorkowski fand zudem die Gründung der Boris Nemtsov Foundation for Freedom statt, die Schanna Nemzowa, dessen älteste Tochter, seinem lebenslangen Einsatz für liberale Werte, Aufklärung, Dialog und eine offene Gesellschaft in Russland gewidmet hat.

Mit Sitz in Bonn will sich die neue Stiftung aktiv am Dialog zwischen Russland und der EU beteiligen, zu Austausch und Ausbildung von Journalisten beitragen und jährlich den „Boris Nemzow Preis“ für besonderen Einsatz für Freiheit in Russland stiften. Im Kuratorium der neuen Stiftung sitzt auch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, sowie der Leiter des Moskauer Büros der Stiftung, Julius von Freytag-Loringhoven. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Prof. Karl-Heinz-Paqué, versicherte bei der Gedenkveranstaltung in London der neu gegründeten Stiftung unserer Solidarität und Unterstützung: „Es wird uns eine große Ehre und eine große Freude sein, in der Zukunft mit Ihnen an gemeinsamen Projekten zu arbeiten – um des Liberalismus willen, vor allem aber um Ihres Heimatlandes Russland willen. Seien Sie versichert, wir sind an Ihrer Seite.“

Gedenken an den russischen liberalen Helden

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

In den meisten russischen Großstädten und auch vielen Städten auf der ganzen Welt fanden Gedenkveranstaltungen für Boris Nemzow statt. Gemeinsam war ihnen das Gefühl großer Trauer über den Verlust dieses optimistischen Hoffnungsträgers, der sich bis zum Schluss, trotz immer schwieriger werdender Bedingungen und immer höheren politischen Drucks für freiheitliche Werte, Demokratie und eine offene Gesellschaft eingesetzt hatte. Gleichzeitig wurde gefordert, ein Jahr nach dem Mord an dem 55-Jährigen endlich die Hintermänner des Verbrechens zu ermitteln. Interessanterweise bot in diesem Zusammenhang am 28. Februar der tschetschenische Führer Ramsan Kadyrow an zurückzutreten, nachdem die überführten Killer aus seiner nächsten Umgebung stammten und bei vielen Märschen Kritik gegen seine Rolle aufgeflammt war. Ebenso wurde von vielen die politische Verantwortung für den Mord und die bisher ausgebliebene unabhängige Untersuchung dem russischen Präsidenten Wladimir Putin angelastet.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung für die Freiheit, Karl-Heinz Paqué, hat zum Jahrestag des Nemzow-Mordes Grußworte nach London gesendet.

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Grußwort Karl-Heinz Paqué
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