Aufbruch Ost

Fünf Strategien für den Osten

Karl-Heinz Paqué stellt im Handelsblatt fünf Ideen vor, wie die wirtschaftliche Lücke zwischen Ost und West geschlossen werden kann

Meinung30.08.2019Karl-Heinz Paqué
Paqué
Karl-Heinz PaquéPhotothek / Thomas Imo

Eine Analyse über den Unterschied zwischen Ost und West hat das Handelsblatt am Freitag veröffentlicht. Der Text stellt fünf Strategien für den Osten vor und beantwortet die Frage, wie sich die wirtschaftliche Lücke zwischen alten und neuen Ländern schließen lässt. Karl-Heinz Paqué stellt im Artikel seine Thesen vor.

Richtig investieren

„Bei Straßen und Schienen gibt es keine wesentlichen Engpässe im Osten“, schreibt Karl-Heinz Paqué im Handelsblatt. „Die Betoninfrastruktur steht. Natürlich sind geringfügig hier und da Verbesserungen möglich. Aber die würden der Wirtschaft nicht bahnbrechend helfen. Wo es hingegen ohne jeden Zweifel großen Nachholbedarf gibt, ist bei den Kommunikationsnetzen. Von ihrem Ausbau würde der Osten profitieren, mehr noch als der Westen. Eine schnelle Internetverbindung ist gerade für viele junge Firmen ein entscheidender Faktor.“

Gemeinden stärken

Der Ökonom glaubt, Sonderwirtschaftszonen seien politisch undenkbar. „Der Widerstand der westlichen Bundesländer, die keine erhalten, wäre vorprogrammiert.“ Stattdessen wären kleinere Schritte  sinnvoller: „Es würde schon viel helfen, Gemeinden mehr Befugnisse einzuräumen.“

Forschung fördern

„Der Osten kann nur wachsen, wenn er eine eigene Innovationskraft entwickelt. Die oberste Priorität für den weiteren Aufbau Ost muss daher der Ausbau des Forschungsstandorts sein. Die Erfolgsgeschichte Bayerns ist die Erfolgsgeschichte eines dynamisch wachsenden Münchens. Der Osten könnte mit dem Aufstieg Berlins zur Weltstadt eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben“, analysiert Karl-Heinz Paqué.

Ballungsräume als Motor

„Der Aufstieg des Großraums München hat auch das Allgäu gerettet. Die Expansion eines Großraums kann große positive Effekte haben, die bis weit in den ländlichen Raum reingreifen. Diese Regionen müssten gefördert werden, damit sie ohne Probleme den Anschluss herstellen können, wenn sie vom Boom der Stadt profitieren“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Wachstum durch Integration

„Einwanderung wird nicht gelingen, solange sich die Einstellung dazu im Osten nicht ändert. Aber ich bin zuversichtlich. Auch der Westen war lange Zeit nicht so kosmopolitisch, wie er heute ist. Und irgendwann wird der Handwerksmeister im Osten sich in einer auswegslosen Situation wiederfinden: entweder einen Lehrling aus dem Ausland anheuern oder gar keinen einstellen“, resümiert Karl-Heinz Paqué abschließend. 

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