Frauen im Kampf für die Freiheit

Erstes Treffen der European Women's Academy (EWA) in Tiflis

Nachricht16.02.2017Peter-Andreas Bochmann
European Women's Academy
Teilnehmerinnen der European Women's Academy in TiflisFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Vom 19. bis 21. Januar trafen sich Frauen aus verschiedenen osteuropäischen Ländern zum ersten Seminar der Europäischen Frauenakadamie (EWA) in Tiflis. Ob engagiertes Parteimitglied, Bürgermeisterin oder stellvertretende Ministerin – Frauen aus den unterschiedlichsten politischen Ebenen sollen innerhalb von EWA dazu befähigt werden, ihren Einfluss in der Politik geltend zu machen. Die Europäische Frauenakademie für politische Führung und Kampagnen ist ein hochmodernes Trainingsprogramm, das die Frauen vor allem auf ihre nächsten Wahlen vorbereiten soll. Referenten des ersten Treffens waren neben der EWA-Leiterin Annika Arras, der Vize-Präsident von Strategicon, Radu Magdin aus Rumänien, und Irakli Chikovani, ehemaliger Abgeordneter der Freien Demokraten im Parlament Georgiens.

Liberale Frauen und ihre Stimme in der Politik

„Hier werden Sie lernen, wie Sie als starke Kämpferinnen für liberale Freiheit weltweit und besonders in ihren Ländern erfolgreich sein können“, mit diesen Worten begrüßte Peter-Andreas Bochmann, Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit im Südkaukasus, die diesjährigen Teilnehmerinnen zum ersten Wochenendseminar der Europäischen Frauenakademie-Osteuropa 2017 in Tiflis. Nach 2016 macht EWA dieses Jahr bereits zum zweiten Mal Station in Georgien – diesmal insgesamt für drei Trainings.

Die Akademie hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen zu mehr Einfluss in der Politik zu befähigen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe gemeinsam vom Regionalbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Südost- und Osteuropa und der estnischen Entwicklungsbehörde.  EWA ist ein hochmodernes mehrmonatiges Trainingsprogramm. Die 19 Teilnehmerinnen aus Georgien, der Ukraine, Moldawien, Armenien, Aserbaidschan und Bosnien und Herzegowina für EWA Osteuropa 2017 mussten einen strengen Auswahlprozess durchlaufen. Aus dem Südkaukasus sind Vertreterinnen von allen vier liberalen Parteien dabei – Freie Demokraten und Republikanische Partei aus Georgien, der Armenische Nationalkongress und Musavat aus Aserbaidschan. Zu den Teilnehmerinnen gehören Frauen aus unterschiedlichen Ebenen der politischen und staatlichen Strukturen – darunter Bürgermeisterinnen, stellvertretende Ministerinnen und Vertreterinnen politischer Parteien. Alle gemeinsam vereinigt in dem Ziel, besser zu werden in dem, was sie tun, um in die Position gewählt zu werden, die sie anstreben.

Der Erfolg gibt der Akademie recht

„Wir möchten Frauen dazu bewegen, mit mehr Selbstbewusstsein aufzutreten“, sagt Annika Arras, EWA-Leiterin und Moderatorin und fügt hinzu: „Unser Ziel ist es, Politikerinnen bei anstehenden Wahlen zu sofortigen Ergebnissen zu verhelfen, indem wir sie dabei unterstützen, ihre eigene Kampagnenstrategie zu entwerfen.“ Und dass dieses Modell erfolgreich ist, zeigen Erfolgsgeschichten von Alumni, die im vergangenen Jahr an der EWA teilgenommen haben. „Es ist vollkommen in Ordnung, wenn Sie sich als Frau vornehmen, Premierminister oder Präsident ihres Landes werden zu wollen. Sie müssen an diesem Ziel arbeiten, Sie müssen einen klaren Plan haben, und sie müssen wissen, wie Sie diesen umsetzen“, motiviert sie die Teilnehmerinnen.

EWA-Leiterin Annika Arras ist heute Spitzenreferentin in Unternehmens- und Regierungsberatung und verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung als Kampagnenmanagerin und Kommunikationsberaterin. Sie gilt als eine der besten liberalen Wahlkampfkampagnen-Managerinnen in Europa und hat die Reformpartei in Estland mehrfach zu Erfolgen geführt.

„Würde ich mir selbst folgen?“ – Zentrale Frage für Führungspersonen

Die erste Veranstaltung der Akademie konzentrierte sich auf wertorientierte Politik und Festlegung der Ziele. Radu Magdin, ein führender Analyst und Berater mit mehr als zehn Jahren Erfahrung im Bereich der strategischen Kommunikation, politischen Kampagnen und Beratung, gab den Teilnehmerinnen zunächst pragmatische Vorschläge, wie sie als glaubwürdige Leiter ihre Teams besser führen und Anhänger gewinnen können. In einem weiteren Trainingsmodul konzentrierte sich Radu Magdin auf den Aufbau von Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Respekt bei den Wählern. „Es geht nicht nur um die Führung, sondern auch um die Strategie. Führen Sie eine persönliche Bewertung durch und fragen Sie sich: „Würde ich mir selbst folgen?“, so Magdin in Anlehnung an den US-amerikanischen Sachbuchautoren Brian Tracey, der zahlreiche Bücher über Erfolg in Wirtschaft, Verkauf und persönlicher Entwicklung veröffentlichte.

In einem weiteren Modul unterstrich Irakli Chikovani die Wichtigkeit von Datenerhebungen und deren Auswertung. Chikovani, einer der Gründer der georgischen Freien Demokraten, zeigte anhand von Beispielen die Bedeutung der Datenanalyse, um Kandidaten – unter Berücksichtigung von Wählerpräferenzen, Gewohnheiten und Denkweisen der Menschen – richtig positionieren zu können.

Workshop
Ein Wahlkampf-Slogan wird entwickeltFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Eine Vision wird zur Realität

Zum Abschluss des ersten Treffens in Tiflis begannen die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Annika Arras ihre Kampagne zu visualisieren. Sie analysierten ihre Träume oder das Ziel, das sie erreichen wollen, um es dann in die aktuelle politische Realität umzusetzen. Durch die Formulierung von Vision und Mission verließen die Teilnehmer das Seminar mit einem ersten Kampagnenslogan.

Die Europäische Frauenakademie dauert insgesamt fünf Monate und beinhaltet drei Seminare von jeweils drei Tagen. Zwischen den Veranstaltungen wird die Akademie in Onlinearbeit fortgesetzt. Die EWA findet parallel mit Projekten in osteuropäischen Ländern (in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung und der estnischen Entwicklungsbehörde) und in den westeuropäischen Länder (in Zusammenarbeit mit der ALDE-Partei, der Friedrich-Naumann-Stiftung und dem Europäischen Liberalforum) statt.

Die nächsten Veranstaltungen der „European Women's Academy – Osteuropa 2017“ finden im März in Tiflis und im Mai in Batumi statt. Auf dem Programm stehen dann „Image building“ sowie „Campaigning tactics and tools“.

Für Medienanfragen kontaktieren Sie unseren Südkaukasus-Experten der Stiftung für die Freiheit:

Peter-Andreas Bochmann
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Georgien
Tel.: +995322250594