Frankfurt: Freiheitspreis 2008 für Mario Vargas Llosa

09.11.2008

Die Armut, in der weltweit immer noch Hunderte Millionen Menschen leben, ist kein unabänderliches Schicksal, sondern ein Übel, das mit Hilfe der Waffen bekämpft und besiegt werden kann, die in der folgenden, aus vier Worten bestehenden Devise zusammengefasst sind: Arbeit, Privateigentum, Markt und Freiheit.
Preisverleihung und Rede des Preisträgers Mario Vargas Llosa (engl.):
Viele Schriftsteller haben im 20. Jahrhundert einen folgenschweren Fehlschluss gezogen, nämlich, die Antwort seien kollektivistische Ideologien. Ich kenne nur sehr wenige, die den Mut hatten, in Frage zu stellen, was an kollektivistischen Ideologien im Schwange war. Ich kenne unter denen, die davon literarischen Weltrang hatten, nur einen Einzigen und diesen Einzigen müssen wir heute nicht lange suchen, er sitzt in diesem Saal, es ist Mario Vargas Llosa.
Laudatio von Frank Schirrmacher:
Der Liberalismus braucht nicht nur eine rationale Stimme, die aus dem Elfenbeinturm der philosophischen, politischen oder ökonomischen Wissenschaft zu uns schallt. Er braucht nicht nur Politiker mit Rückgrat und Vernunft, die uns die Verteidigung der Freiheit als Vorbilder vorleben. Er braucht auch eine Stimme, die das Irrationale in uns erreicht. Und besonders schön ist es, wenn jemand all dies in einer Person vereint.

Begründung der Jury von Karen Horn:
Mario Vargas Llosa hat viele sehr persönliche Erfahrungen und Beobachtungen literarisch festgehalten. Aber er hat sein leben keineswegs zwischen zwei Buchdeckeln gelebt. Er hat sich politisch engagiert, bis hin zu den Präsidentschaftswahlen in Peru 1990, bei denen er im 2. Wahlgang Alberto Fujimori unterlag. Um wie viel besser wäre es in Peru bestellt gewesen, wenn Mario Vargas Llosa gewonnen hätte! Solche Persönlichkeiten gibt es in keiner Gesellschaft im Überfluss. Wir ehren Mario Vargas Llosa heute auch deshalb, damit sich andere an ihm orientieren.

Eröffnungsrede von Wolfgang Gerhardt:(aufgrund techn. Probleme enthält dieser Beitrag Störgeräusche - wir bitten dies zu entschuldigen)

Die Stadt Frankfurt dankt der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dass sie einen solchen Preis auslobt und die Stadt Frankfurt, verehrter Herr Llosa, ist ausgesprochen stolz darauf, dass in diesem Jahr Sie der Preisträger sind.

Grußwort von Petra Roth: