Forum de St. Louis
Awa Ly - Sängerin ohne Grenzen

Vom 19. bis zum 21. September findet das Forum de St. Louis erstmalig in Berlin statt. Die Konferenz, bei der Akteure aus Kultur, Politik und Wirtschaft zusammenfinden, wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unterstützt. Wir freuen uns, die senegalesische Veranstaltung bei uns willkommen zu heißen. In diesem Rahmen porträtieren wir sowohl den Senegal selbst als auch einige der zahlreichen spannenden Gäste.

Awa Ly ist eine französische Singer-Songwriterin und Schauspielerin. Awa Ly wurde in Frankreich als Kind senegalesischer Eltern geboren und begeisterte sich schon in jungen Jahren für Musik und Gesang. Sie lebt in Rom, arbeitet als Produzentin für Fernsehsender und singt in verschiedenen Gruppen.

Während sie aufwuchs, hörte sie eine Menge unterschiedliche Musik. Ihr Vater hatte eine sehr umfassende und - nach ihrer eigenen Aussage - „eindrückliche“ Vinylsammlung. Westafrikanische Musik traf auf Simon & Garfunkel, Neil Young, Jazz und afro-kubanische Orchester. Dadurch ist wohl Awa Lys Offenheit zu erklären, wenn es um Musik geht. Und diese Einflüsse hört man auch in ihren eigenen Werken. Sie macht weder Jazz noch Pop, aber auch keine Weltmusik. Sie ist der lebendige Melting Pot all dieser Kulturen und musikalischer Richtung.

Awa Ly mit irgendeiner Art von Etikett versehen zu wollen, ist zwecklos. Dafür spielt sie eine viel zu breite Klaviatur mit ihren Alben. Awa Ly wurde in Frankreich als Kind senegalesischer Eltern geboren. Der Großteil ihrer Familie lebt noch immer in Dakar, sie selbst hat sich für ein Leben in Italien entschieden. Ein Praktikum verschlug sie vor elf Jahren nach Rom. Sie blieb und studierte Sprachen, Wirtschaft und Gemeinschaftsrecht, wurde aber schließlich Sängerin. Musikerfreunde aus der Jazzszene nahmen sie mit in Clubs und ermutigten sie, an Jam-Sessions teilzunehmen. Und nach und nach begann ihr Talent sich zu entfalten. Nach und nach fragten immer mehr Leute sie, warum sie nicht auftrat
und keine Band hatte.

Der Grundstein ihrer Karriere war gelegt


Awa Ly begann, ihre eigenen Texte zu schreiben und in Bars zu spielen, mit einer solchen Begeisterung, dass sie manchmal vergaß, ihren Gehaltsscheck am Ende einer Nacht abzuholen. Schließlich traf sie ihren Bühnenpartner Massimiliano Giangrande und nahm ihr Debütalbum Modulated auf. Awa Ly spricht Französisch und Italienisch, aber sie schreibt und singt auf Englisch. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie seit ihrer Jugend angelsächsische Musik höre, Pop, Folk, Jazz. So vermutet sie selbst. Doch auch Kompositionen in Wolof - einer senegalesischen Sprache - schließt sie nicht aus.

Ihrer Musik hat Awa Ly indirekt auch Engagements als Schauspielerin zu verdanken. Unter anderem hat sie in „La Nostra Vita“ von Daniele Luchetti mitgewirkt. Dem einzigen italienischen Film, der 2010 beim Filmfestival von Cannes in die Auswahl kam. Awa Ly verbringt zwar den größten Teil ihres Lebens in Europa, ist mit dem Senegal aber immer noch stark verbunden. Sie sagt: „Im Senegal sind meine Wurzeln. Dank meiner Eltern war ich als Kind oft im Senegal, habe dort meine Ferien verbracht und bis heute habe ich dort viele Verwandte. Meine Verbindung ist also sehr stark und ich hatte auch die Gelegenheit, viele Künstler aus dem Senegal kennenzulernen.“

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