#FemaleForward #FAQ
#FemaleFounders - die „Unternehmer-innen-Welt“

Wie kann die „Unternehmer-innen-Welt“ der Zukunft aussehen? 
Jennifer Miksch

Das Thema Unternehmerinnen ist für mich ein Herzensthema. Ich verbrachte viele Jahre meines Lebens in Männerdomänen. Speziell in der Gründerwelt; dem Unternehmertum. Ebenfalls männliche Begriffe übrigens. Doch wie kann die „Unternehmer-innen-Welt“ der Zukunft aussehen.

Unternehmertum bringt uns als Gesellschaft voran. Junge Start-ups probieren Ideen aus. Manche funktionieren, andere scheitern. Geschichtsträchtige Mittelstandsunternehmen entwickeln bewährte Ideen weiter. Im lokalen Einzelhandel oder in der Gastronomie werden Menschen physisch zusammen und zueinander gebracht. In großen Konzernen werden komplexe Strukturen erhalten und weiterentwickelt, die Einzelne oft überfordern würden. Technologieunternehmen entwickeln komplett neue, manchmal bahnbrechende Lösungen für teils uralte Probleme.

Profiteure dieser vielen Facetten von Unternehmertum sind wir alle. Akteure, vor allem führende, sind jedoch häufig nach wie vor Männer.

Damit ist Unternehmertum nicht so vielfältig, wie es sein könnte. Und damit nicht so gut, nicht so erfolgreich und nicht so innovativ, wie es sein könnte. Ganz zu schweigen davon, dass auch die Hälfte der Zielgruppe der meisten Unternehmen – die weiblichen Nutzerinnen und Verbraucherinnen nämlich – möglicherweise Bedürfnisse hat, die diese Unternehmen nicht hinreichend erkennen.

Manche behaupten, Frauen wollten eben „einfach nicht gründen“. Aber dem ist nicht so! Vielmehr sind vor allem äußere Umstände verantwortlich.

Frauen kommen so weit, wie sie sich trauen. Wenn sie sich trauen.

Was können, was müssen wir als Gesellschaft tun, um den Anteil weiblicher Gründerinnen zu erhöhen? Woran scheitert es bisher? Welche Probleme im Bereich Unternehmensgründung treffen auf die meisten Gründungen zu und welche sind spezifische „Frauenprobleme“?

Diesen Fragen geht diese Broschüre nach. Denn Frauen sind die Hälfte der Gesellschaft. Sicher, in den letzten Jahren ist über dieses Thema bereits viel gesprochen und geschrieben worden; nur: den Anteil der weiblichen Gründerinnen hat das nicht signifikant erhöht. Es wurde genug theoretisch über Frauen und Unternehmertum geredet, nun ist es Zeit, sie wirklich zu Wort kommen zu lassen. In einer Umfrage, in darauf aufbauenden detaillierten Hintergrundgesprächen und direkt in ungefiltert wiedergegebenen Interviews.

Diese Broschüre soll informieren und inspirieren:

• Unternehmer(innen);

• Interessierte, die sich derzeit noch nicht trauen oder nicht an ihre Chancen glauben;

• und nicht zuletzt die Politik, die daran arbeiten muss, Eingangsvoraussetzungen für weibliche Gründerinnen zu verbessern.

Wir möchten Einblicke geben in Themen, die bereits von Frauen vorangetrieben werden. Und wir möchten auf herausragende und einflussreiche Frauen in der Szene aufmerksam machen.

Wollen wir in einer Gesellschaft leben, die von Digitalisierung und Dynamik geprägt ist, aber ihr volles Potential nicht ausschöpft, weil nach wie vor ein gesellschaftliches Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen besteht? Wollen wir innovative Ideen wirklich nur von einem Teil der Gesellschaft hören?

Trotzdem: Es gibt immer mehr Erfolgsgeschichten von Gründerinnen, die es gewagt und geschafft haben. Und immer mehr Töchter übernehmen Familienunternehmen. Ich möchte in diesem Magazin über sie, aber vor allem: mit ihnen reden.

Ich will nicht nur die Geschichten, sondern auch die Zahlen.

Ich will positive Geschichten über weibliche Gründerinnen und Unternehmerinnen erzählen. Beispiele aufzeigen, die andere Frauen ermutigen, sich ebenfalls für eine Zukunft als Gründerin zu entscheiden.

Aber auch die harten Zahlen anschauen.

 

Jennifer Miksch ist Director HR & Project Manager beim Bundeswehr Cyber Innovation Hub - einer Institution, die Start-up-Innovationen & Arbeitsweisen in das deutsche Militär bringt. Die letzten 7 Jahre arbeitete sie leitend in Start-ups in Berlin, Südafrika, London und San Francisco. 

Sie hat einen Master vom Graduate Institute Geneva (HEI), wo ihre Forschung sich auf Gründerinnen von Online-Start-ups in Deutschland (2012) konzentrierte. Jennifer wurde für ihre Arbeit im Bereich der weiblichen Führung mit dem St.Galler Wings of Excellence Award ausgezeichnet.