Exportnation Deutschland

Kaum ein anderes Land ist so stark in den Welthandel eingebunden

Nachricht04.07.2017
Made in Germany
In Deutschland sind rund 6 Millionen Arbeitsplätze vom Export abhängig. Jeder sechste Bundesbürger verdient sein Einkommen unmittelbar mit der Produktion von Exportgütern "Made in Germany". istock / VCTStyle

Eine neue Welle des Protektionismus oder dauerhafter Gegenwind für Freihandel bergen Gefahren für die heimische Wirtschaft und Arbeitsplätze. Rund die Hälfte der bundesdeutschen Wertschöpfung stammt bereits aus dem Export von Waren und Dienstleistungen. Deutsche Unternehmen führten im Jahr 2016 Waren im Wert von 1,2 Billionen Euro aus. Eine Rekordmarke.

Deutschland und seine Wirtschaft stehen unbestritten auf der Gewinnerseite der Globalisierung. Freier Handel hat unser Land wohlhabend gemacht. Und kaum ein anderes Land ist so stark in den Welthandel eingebunden wie Deutschland.

Ranking: Wert der Exporte nach Bundesländern

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Ebenso stark, wie die Bundesrepublik Deutschland vom weltweiten Handel profitiert, spürt Deutschland aber auch frühzeitig Erschütterungen der globalen Welthandelsordnung. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland auch von Importmöglichkeiten abhängig. Dies gilt besonders für die Energieversorgung: Rund 70 Prozent des Energieaufkommens werden durch Importe gedeckt. Deutschland muss daher als aktiver Fürsprecher für freien Handel und offene Märkte den weltweiten Abschottungstendenzen entgegentreten.

5 Fakten und Argumente für freien Handel:

  • In der Bundesrepublik sind insgesamt rund 6 Millionen Arbeitsplätze vom Export abhängig.
  • Jeder sechste Bundesbürger verdient sein Einkommen unmittelbar mit der Produktion von Exportgütern. In der deutschen Industrie sogar jeder zweite.
  • Die Verflechtung von Wirtschaftsregionen und die Liberalisierung der Märkte fördern den Absatz von Produkten „Made in Germany“: Drei von vier Autos, die 2016 in Deutschland produziert wurden, gingen beispielsweise ins Ausland.
  • Rund die Hälfte der bundesdeutschen Wertschöpfung stammt bereits aus dem Export von Waren und Dienstleistungen. Deutsche Unternehmen führten im Jahr 2016 Waren im Wert von 1,2 Billionen Euro aus.
  • Freihandelsabkommen wirken: Das mittelständische Unternehmen Kolbus aus Rahden ist Weltmarktführer für Buchbindereimaschinen. Die Reduzierung von Zöllen im Rahmen des Handelsabkommens zwischen der EU und Südkorea aus dem Jahr 2011 hat die Kosten des Unternehmens um rund 25.000 Euro pro Maschine gesenkt.

Abschottung und Protektionismus keine Lösung

Unbestritten ist, dass die Öffnung der Märkte die heimische Wirtschaft und ihre Beschäftigten aber auch vor große Herausforderungen stellen kann. Etwa wenn traditionell starke Branchen im internationalen Wettbewerb nicht mehr mithalten können. Denn internationaler Handel beschleunigt den Strukturwandel, dem jede Wirtschaft ohnehin unterliegt.

Stiftung für die Freiheit, Erbschaftsteuer

Freihandel und offene Märkte leisten einen wichtigen Beitrag für unsere internationale Friedensordnung.

Karl-Heinz Paqué, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung für die Freiheit

Daraus ergeben sich sozialpolitische Herausforderungen, auf die Wirtschaft und Politik gemeinsam Antworten finden müssen. Abschottung und neuer Protektionismus sind keine Lösung. Aber Freihandel ist auch so zu gestalten, dass seine Vorteile für die Gesellschaft überwiegen. Deshalb: Aus liberaler Sicht ist es wichtig, für freien Handel und offene Märkte einzutreten, ohne die Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung schuldig zu bleiben.

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Freihandel

Der Freihandel hat unseren Wohlstand maßgeblich ermöglicht und dennoch verliert er Freunde. Das haben die Debatten um Handelsabkommen wie TTIP und CETA gezeigt. Nicht zuletzt die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zeigt, dass die Stimmung zuungunsten des freien internationalen Handels kippt. Die Broschüre zeigt auf, weshalb es aus liberaler Sicht so wichtig ist, für den freien Handel und offene Märkte einzutreten, ohne die Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung schuldig zu bleiben. Mehr