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Es lebe die Freiheit

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Junge Ensemble des TfN auf Demokratietour

Nachricht19.09.2018Oliver Darcy
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Flugblätter fliegen von der Ballustrade des Theater für Niedersachsen auf den Platz nieder. Rüya Gürcan, André Trzewik und Birte Freimann strecken ihre Hände nach oben, um weitere Blätter in den Spätsommerhimmel von Hildesheim zu werfen. Die drei sind ein Teil des Jungen Ensembles des Theater für Niedersachsen. Rüya Gürcan spielt Sophie Scholl, André Trzewik ihren Bruder Hans, Birte Freimann den Freund der Beiden, Christoph Probst.
Die Szenerie erinnert an die Weiße Rose, als Sophie und Hans Scholl ihre Flugblätter zum Widerstand gegen das Hitler-Regime am Tag ihrer Verhaftung in der Universität München verteilten.

Die Geschichte der Geschwister Scholl und ihrer Mitstreiter Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber erzählt die neueste Inszenierung des Jungen Ensembles des TfN - Theater für Niedersachsen. „Es lebe die Freiheit“ hat Jenny Holzer, die Leiterin des Jungen Ensembles, ihr neuestes Werk genannt. Politische Bildung ist ihr in ihrer Arbeit besonders wichtig. Die Geschichte der Weißen Rose zu erzählen habe besonders in diesen Zeiten, in denen Politik nur noch „rechts“ und „links“ kennt eine besondere Bedeutung. „Junge Menschen müssen sich dafür interessieren, wie dieser Staat funktioniert und wie sie Einfluss nehmen können. Sonst wachen wir tatsächlich irgendwann wieder in einem autokratischen Staat auf.“

Durch sechs Städte führt die gemeinsame Tour der Stiftung mit dem Jungen Ensemble des TfN. Dass mit Magdeburg, Leipzig und Dresden auch drei Städte im Osten Deutschlands auf dem Plan stehen, war eine bewusste Entscheidung. „Wenn im Osten die Mehrheit eine Partei wählen würde, die erschreckende Parallelen zum Programm der NSDAP aufweist und die Demokratie in seiner jetzigen Form ablehnt, wird es Zeit, politisch Stellung zu beziehen“, so Oliver Darcy, der für die Friedrich-Naumann-Stiftung die Tour organisiert und die Kooperation mit dem Theater für Niedersachsen auf den Weg gebracht hat.

Nach der Aufführung des Stückes „Es lebe die Freiheit“ schließt sich eine Diskussion mit den Besuchern an. Wie gehen wir mit Populismus um? Was ist erlaubt, um unsere freiheitliche Demokratie zu verteidigen? Im Gespräch mit Experten, unter ihnen Christoph Giesa, der sich seit mehreren Jahren mit dem Rechtsextremismus beschäftigt und für die Stiftung für die Freiheit ein Argumentationspapier veröffentlicht hat.

Für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ist die neuerliche Kooperation mit dem Jungen Ensemble die Fortsetzung einer bisher schon erfolgreichen Arbeit.

Bereits 2017 war die Stiftung gemeinsam mit dem Jungen Ensemble unterwegs, als die Inszenierung „Deportation Cast“ die Geschichte um Flucht und Abschiebung erzählte.

Die Termine (Anmeldungen sind über die Verlinkung möglich):