Wirtschaft & Menschenrechte

Empowerment im Kakaogürtel der Elfenbeinküste – Landrechte für ivorische Bäuerinnen und Bauern

Meinung02.11.2018
Die FNF im Einsatz für die Sicherung von Eigentums- und Landrechten der ländlichen Bevölkerung in der Elfenbeinküste.
FNF helping to secure property and land rights for Côte d’Ivoire’s rural population.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Auch in der Elfenbeinküste setzt sich die Stiftung für die Sicherung von Eigentums- und Landrechten der ländlichen Bevölkerung ein. Gerade im Landwirtschaftssektor, der oft einen Großteil des weltweiten Bedarfs produziert wie etwa beim Kakao, kommt es immer wieder zu Menschenrechtsproblemen wie Ausbeutung oder Kinderarbeit. Ungeklärte Eigentums- und Landrechtsverhältnisse sind dabei oft der Grund.

Gemeinsam mit dem liberalen Think Tank Audace Institut Afrique arbeiten wir als Teil der BMZ Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ deshalb seit 2016 an der Entwicklung und Umsetzung eines neuartigen Systems zur Anerkennung von Landrechten. Basierend auf einer zweijährigen multikulturellen und interdisziplinären Studie stützt sich das System dabei auf traditionelle Dorfkomitees, die wir zu örtlichen Anerkennungsund „Grundbuchbehörden“ für Landrechte aufund ausbauen. Angefangen mit Dorfkomitees in fünf Pilotdörfern in zwei Kommunen (Guiglo und Sinfra), im sogenannten „Kakaogürtel“ der Elfenbeinküste, testen unsere Partner das Modell mittlerweile auch in anderen Gegenden des Landes wie der Kommune Man.

 

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FNF helping to secure property and land rights for Côte d’Ivoire’s rural population.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

„Das Projekt arbeitet dabei eng mit der örtlichen Verwaltung, aber auch mit den traditionellen Chefs und Königen zusammen und setzt Computer und GPS-Technologie ein. Im Verlauf der letzten zwei Jahre haben wir so mehrschichtige Landkarten der Projektdörfer erstellen lassen, die die Eigentums- und Besitzverhältnisse festhalten. Diese Landkarten verwahren wir sowohl physisch als auch digital. Sie dienen als rechtliche Grundlage in einem Land, in dem ein flächendeckendes Grundbuchswesen noch fehlt“, berichtet Inge Herbert, Projektleiterin der Stiftung in Westafrika. „Durch ‚Train the Trainer‘-Elemente im Rahmen des Projekts sind die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner jetzt selbst in der Lage, Land zu vermessen oder Bewohnerinnen und Bewohner von Nachbardörfern darin zu schulen“, erzählt Inge weiter. Besonders wichtig sei zudem, dass seit Beginn des Jahres nun auch Vertragsmodelle für die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner entwickelt werden. Diese verschriftlichen die bislang nur mündlich abgeschlossenen Rechtsgeschäfte wie Verkauf, Pacht oder Beleihung. Auch neue Finanzierungsmodelle werden nun angeboten, die den Besitzern des Landes erlauben, Geld für Investitionen aufzunehmen, auch wenn sie nicht Eigentümer, sondern nur Nutzer des Landes sind.