Ein liberaler Akademiker par excellence

Zum Tod von Albrecht Menke

Nachricht19.04.2017Jürgen Frölich
Albrecht Menke
Zum Tod von Albrecht MenkeFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Die Erinnerungen, die sich mit dem jetzt im Alter von 82 Jahren verstorbenen Albrecht Menke verbinden, führen zurück in die Entstehungszeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: Er war dabei, als die Stiftung im Jahr 1958 in der Villa Hammerschmidt gegründet wurde.

Seine Anwesenheit in dem von Theodor Heuss und Reinhold Maier zusammengerufenen Kreis erlauchter Honoratioren war nicht selbstverständlich, sondern eher „funktionalen Gründen“ geschuldet: Albrecht Menke war damals Vorsitzender einer rührigen liberalen Nachwuchsorganisation, des „Liberalen Studentenbundes Deutschlands“. Die Stiftungsarbeit sollte sich gerade an die Jugend wenden, somit war die Einbindung der liberalen Studenten natürlich sinnvoll. Da aber diese wie fast jede Nachwuchsorganisation eine Tendenz zur Rebellion aufwiesen und schon mal den Kurs der Mutterpartei heftig kritisierten, durfte der Würzburger Jurastudent zwar beim Gründungsakt anwesend sein, aber nicht die Stiftungsurkunde mitunterzeichnen.

Menkes liberalem Engagement hat das keinen Abbruch getan. Im Stiftungskuratorium, dem er seit der Konstituierung im selben Jahr 1958 fast anderthalb Jahrzehnte angehörte, hat er vor allem beim Aufbau von internationalen Beziehungen entscheidend mitgeholfen. Sein beruflicher Weg verlief dann außerhalb der „liberalen Familie“, zunächst als Beigeordneter eines Vorortes von Bonn, dann als Gummersbacher Stadtdirektor und schließlich als Vorstandsmitglied einer großen westdeutschen Versicherung. Menkes engere politische Heimat blieben dauerhaft die liberalen Akademiker: Jahrzehntelang hat er verschiedene Funktionen im „Verband liberaler Akademiker“ wahrgenommen. Von hier aus hat er bis zuletzt Anteil an der Stiftungsarbeit genommen. Seine Stimme wird fehlen