Digitales Lehren und Lernen sollte Bestandteil aller Unterrichtsfächer werden.

Über das Klassenzimmer der Zukunft

Nachricht03.11.2016
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Digitales LernenShutterstock

Was den Einsatz von digitalen Medien in der Schule angeht, so ist Deutschland ein Entwicklungsland. Während die Mehrzahl der Schüler mehr digitale Themen im Unterricht haben will, verzichten 45 Prozent der Lehrer auf digitale Medien wegen mangelnder IT-Ausstattung. Die IT-Ausstattung an deutschen Schulen befindet sich auf dem Stand von 2006. In Deutschland gibt mehr als jeder dritte Lehrer an, IT-Grundkenntnisse sowie Programmiererfahrung von Schulabgängern seien nicht so wichtig.

Richtig ist: Allein der Einsatz von digitalen Medien macht den Unterricht nicht qualitativ besser, aber wir vernachlässigen es, unseren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln. Und auch darum geht es bei der SMARTschool: Dort lernen Schüler, wie man digitale Medien verantwortungsvoll, sicher und nutzbringend in allen Fächern anwendet. Der schwächere Schüler soll dabei gestärkt werden, ohne dass die stärkeren Schüler unterfordert werden. Digitales Lehren und Lernen sollte Bestandteil aller Unterrichtsfächer werden. Wir meinen: Digitales Lehren und Lernen sollte Bestandteil aller Unterrichtsfächer werden.

Lerninhalte individualisieren

Digitales Lernen in der Schule trägt auch zu einem Abbau der digitalen Kluft (digital divide) bei. Multimediales Lehren und Lernen erhöht die Anschaulichkeit der Lerninhalte und bietet die große Chance für individuelles Lernen. Neben das gedruckte Lehrbuch werden in Zukunft digitale Lehrmittel treten, deren Inhalte sich auf die Bedürfnisse und Lernfortschritte der Lernenden einstellen.

Lehrer mit mehr Möglichkeiten: Für Lehrer sind digitale Technologien zunächst ein weiteres Medium zur Unterrichtsgestaltung. Schüler können Aufgaben zum Beispiel direkt in Apps oder am Computer lösen. Und Lehrer sehen damit besser, was jeder Schüler kann. "Lehrer haben so mehr Möglichkeiten, Lerninhalte zu individualisieren", sagt auch Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). "Auch Feedback oder Tests lassen sich so besser auf den einzelnen Schüler abstimmen."

Beispiel Hausaufgaben: In einer echten SMARTschool werden die Übungsaufgaben für einen Lernstoff nicht nur automatisch ausgewählt und den Schülern präsentiert. Sondern sie variieren auch in Schwierigkeit und Menge nach dem automatisch festgestellten Kenntnisstand, werden verbunden mit Nachlesekapiteln aus interaktiven digitalen Schulbüchern und frei verfügbaren „Erklärvideos“ (die übrigens heute schon von etwa der Hälfte der deutschen Schülern genutzt werden). Mit dem Ziel, dass hinterher die zu erwerbenden Kompetenzen bei allen Schülern vorhanden sind – aber auf ganz unterschiedlichen Wegen erreicht wurden. Das dient, im Gegensatz zu vielen anderen Maßnahmen im Schulbereich, nicht nur der Förderung der schwachen Schüler. Sondern stärkt auch die klugen Köpfe.