Digital unite statt digital divide

Schulen haben Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung

Nachricht02.09.2016
digital kids
CC0 Public Domain

So sieht es aus

Die Schulen in Deutschland haben erheblichen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung. Während die Mehrzahl der Schüler mehr digitale Themen im Unterricht haben will, verzichten 45 Prozent der Lehrer auf digitale Medien wegen mangelnder IT-Ausstattung. Nur 8,1 Prozent der Lehrer nehmen an IT-Fortbildungen teil. 30 Prozent der Achtklässler haben nur rudimentäre digitale Kompetenzen.[1] Zudem steht ein nicht zu vernachlässigender Teil der angehenden Lehrer digitalen Medien skeptisch gegenüber und plant auch nicht, sie im Unterricht einzusetzen. Bei der Nutzung von Computern im Unterricht ist Deutschland internationales Schlusslicht unter Industrieländern. Die IT-Ausstattung an deutschen Schulen befindet sich auf dem Stand von 2006. In Deutschland gibt mehr als jeder dritte Lehrer an, IT-Grundkenntnisse sowie Programmiererfahrung von Schulabgängern seien nicht so wichtig. Umgekehrt halten auch nur acht Prozent der Schüler ihre Lehrer für kompetent im Umgang mit digitalen Medien.[2]

Deshalb

In einer SMARTschool lernen Schüler, wie man digitale Medien verantwortungsvoll, sicher und nutzbringend in allen Fächern anwendet. Der schwächere Schüler soll dabei gestärkt werden, ohne dass die stärkeren Schüler unterfordert werden. Digitales Lehren und Lernen sollte Bestandteil aller Unterrichtsfächer werden. Die Lehrer sind entsprechend zu qualifizieren und die Schulen entsprechend auszustatten (WLAN, Tablets). Die Digitalisierung kann und soll den Lehrer nicht ersetzen, sondern ihn sinnvoll unterstützen. So können z.B. Hausaufgaben oder Lernfortschrittskontrollen abhängig von individuellen Lernfortschritten mit Lernsoftware ausgewertet werden.

Das Lernen kann auch schulübergreifend optimiert werden. Mittels Online-Kursen und integriertem Lernen (Blended Learning) können die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert werden. Digitales Lernen in der Schule trägt auch zu einem Abbau der digitalen Kluft (digital divide) bei. Multimediales Lehren und Lernen erhöht die Anschaulichkeit der Lerninhalte und bietet die große Chance für individuelles Lernen. Neben das gedruckte Lehrbuch werden in Zukunft digitale Lehrmittel treten, deren Inhalte sich auf die Bedürfnisse und Lernfortschritte der Lernenden einstellen. Das eigene Smartphone, Tablets, Datenbrillen oder auch schulübergreifende, international vernetzte Lerngruppen werden einen vollständig neuen Zugang zum Verständnis bieten. Diese lassen sich nicht nur entsprechend den Bedürfnissen der Nutzer individualisieren, sondern auch zeit- und ortsunabhängig und mit eigenem Lerntempo nutzen. Hier bieten sich auch für sogenannte „Zwergenschulen“ neue Möglichkeiten der Existenz.

Die SMARTschool kommuniziert nach innen und außen digital: Krankmeldungen, Unterrichtsplanungen, Arbeitsmaterialien werden elektronisch geteilt.

 

[1] Bos, Wilfried et al., ICILS 2013 – Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in der 8. Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich, in: https://www.waxmann.com/fileadmin/media/zusatztexte/ICILS_2013_Berichtsband.pdf, zugegriffen am 11.03.2016.

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SMARTschool zeigt die riesigen Chancen der Digitalisierung im Bildungsbereich. SMART – das steht im allgemeinen Sprachgebrauch für innovative, individuelle und freiheitliche Antworten, die sich aus der Digitalisierung für herkömmliche Lebensbereiche ergeben. Smart – das steht für Zukunft. SMARTschool beantwortet die Frage, wie Schulen sein können, die unsere Kinder für ihren Weg in ihre Zukunft bestmöglich vorbereiten. Die ihnen das Wissen und die Kenntnisse, die Kraft und die Persönlichkeit – all das Rüstzeug mitgeben, das sie brauchen. Mehr