Die Politische Philosophie Immanuel Kants heute

10.05.2004

Werner Maihofer, als Innenminister wesentlich verantwortlich für die große Strafrechtsreform der 1970er Jahre, widmete sich in seinem politischen Wirken insbesondere der philosophischen Fundierung politischer Programmatik. Er prägte die liberale Grundsatzarbeit und gilt als geistiger Kopf der Freiburger Thesen, das weit über Parteigrenzen beachtete Programm der FDP von 1971. Auch an der Formulierung des aktuellen Grundsatzprogramms, der Wiesbadener Grundsätze, war Maihofer wesentlich beteiligt.

In einem Einführungsreferat würdigte Jürgen Frölich vom Archiv des Liberalismus die großen Leistungen Maihofers. Frölich arbeitete dabei besonders die umfangreiche Auseinandersetzung des Rechtsphilosophen mit dem Werk Immanuel Kants heraus. "Dieser Beitrag ist besonders wichtig, weil Sie sowohl das freiheitliche wie ordnungsstiftende Potential der Kantischen Philosophie erschließen und damit gewissermaßen eine Theorie der klassischen respektive der westlichen Demokratie aufstellen", betonte Frölich an Maihofer gewandt.

In seinem Vortrag stellte Maihofer immer wieder Bezüge insbesondere von Kants-Spätwerk zu aktuellen Fragestellungen der Politik her. Ohne sie namentlich zu nennen problematisierte er auch völkerrechtswidrige Interventionskriege als Mittel der Politik.

Das Publikum spendete dem klaren und frei gehaltenen Vortrag des 85jährigen Gelehrten minutenlangen Beifall.