Der gute Gauck

Abschied von Deutschlands Staatsoberhaupt

Nachricht17.03.2017
Bundespräsident Joachim Gauck hielt die Eröffnungsrede.
Bundespräsident Joachim Gauck hielt die Eröffnungsrede.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Am 18. März 2017, endet die Amtszeit des 11. Bundespräsidenten Joachim Gauck nach fünf Jahren im Schloß Bellevue. Mehrere Male haben sich Gaucks Wege und die der Stiftung für die Freiheit in den vergangenen Jahren gekreuzt.

Bereits im Jahre 2009 hielt Gauck die 3. Rede zur Freiheit am Brandenburgertor der Stiftung für die Freiheit. Damals betonte er vor allem die große Bedeutung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Freiheit im Kontext des 20jährigen Jubiläums des Mauerfalls.

Publikationen zum Thema

3. Berliner Rede zur Freiheit

Joachim Gauck sprach unter dem Titel „Zwischen Furcht und Neigung – die Deutschen und die Freiheit“ über den Wert der Freiheit 20 Jahre nach dem Mauerfall. Freiheit, eigentlich ein erfreuliches Thema, gerade in dem Jahr, in dem die freiheitliche Verfassung namens Grundgesetz und der Mauerfall runde Jubiläen feiern, aber: „Uns ist etwas dazwischengekommen: der Krise sei Dank; wir müssen uns nicht freuen“, konstatierte Gauck gleich zu Beginn seiner Rede, „wir dürfen tun, was uns am meisten liegt, uns fürchten, Schreckensszenarien ausmalen und das tun, was wir am liebsten tun: Trübsal blasen." Den Status der Freiheit in diesem besonderen Jahr zu analysieren, wer sollte dafür besser geeignet sein als Joachim Gauck, Pfarrer, Mitbegründer des Neuen Forums, der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (BStU), Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen – für Demokratie, und nach eigenen Worten „ein parteiloser Liebhaber der Freiheit“? Gaucks Analyse war detailreich, treffend und alles andere als die begeisterte Beschreibung eines freiheitsliebenden Volkes. Zusätzlich enthalten: Dr. Katrin Burkhardt (Grußwort) und Dr. Wolfgang Gerhardt MdB (Eröffnung) Mehr

Im vergangenen Dezember nutzt Gauck seinen Auftritt auf der "Europäischen Zukunftskonferenz" der Stiftung für die Freiheit in Berlin für eine Blick in den historischen Rückspiegel – und zitierte umfassend aus einem Beitrag, den Sir Ralf Dahrendorf bereits vor fast zwei Dekaden in der „Zeit“ veröffentlicht hatte. Der 2009 verstorbene große Liberale und frühere Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit beleuchtet darin nach Gaucks Worten „geradezu prophetisch“ den Zusammenhang zwischen der Globalisierung und ihren sozialen Folgen. „Dahrendorf wagt einen nüchternen Blick auf Kosten und Nutzen der Globalisierung und kommt schließlich zu dem Schluss, dass ihre sozialen Neben- und Nachwirkungen zur ,nächsten Herausforderung einer Politik der Freiheit’ werden“, sagte der Bundespräsident. Gauck wünschte sich, er hätte „diesen Text früher gelesen. Dann hätte ich auch früher verstanden, was auf uns zukommt“. Sein Rat: „Wer sich an die analytische Weitsicht der großen Vertreter des Liberalismus hält, verringert die Gefahr, von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen überrascht zu werden.“

Gauck war, ist und bleibt vor allem eines: ein unermüdlicher Kämpfer für die Freiheit. Das verbindet ihn aufs Engste mit allen Liberalen. Was von seiner Amtszeit bleibt, sind vor allem seine großen Worte. Einige Zitate der – subjektiv empfundenen – eindrücklichsten Reden von Joachim Gauck seit 2012 haben wir hier aufgeführt.

Bundespräsident Joachim Gauck eröffnete die Europäische Zukunftskonferenz im Berliner Kosmos.

Frieden und Wohlergehen im eigenen Land sind untrennbar verwoben mit Frieden und Wohlergehen andernorts.

Joachim Gauck, Rede zur Frage "Wie soll es aussehen, unser Land?", Januar 2007
Bundespräsident Joachim Gauck eröffnete die Europäische Zukunftskonferenz im Berliner Kosmos.

Dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, davon haben wir nicht nur geträumt, sondern das haben wir gelebt und gezeigt.

Joachim Gauck, Antrittsrede, März 2012
Bundespräsident Joachim Gauck eröffnete die Europäische Zukunftskonferenz im Berliner Kosmos.

Wir brauchen eine Geneigtheit zur Freiheit mit Kopf und Herz.

Joachim Gauck, Berliner Rede zur Freiheit am Brandenburger Tor, April 2013