Der Freihandel verliert Freunde

10 Fakten über freien Handel und offene Märkte

Nachricht04.07.2017
Der Freihandel verliert mit den USA Freunde
Die Idee einer liberalen Weltwirtschaftsordnung hat mit den USA einen ihrer international wichtigsten Fürsprecher verloren. istock / Christopher Ames

Der Freihandel verliert Freunde. Die Idee einer liberalen Weltwirtschaftsordnung hat mit den USA einen ihrer international wichtigsten Fürsprecher verloren. Mit Donald Trump wurde ein US-Präsident gewählt, der der etablierten, liberalen Welthandelsordnung misstrauisch und ablehnend gegenübersteht, obwohl er selbst ein international tätiger Geschäftsmann ist. 

Die Absage an das bereits fertig ausgehandelte Transpazifische Freihandelsabkommen (TPP) als eine der ersten Amtshandlungen der neuen US-Administration steht hierfür beispielhaft. Ebenso die Diskussion über die einseitige Einführung einer sogenannten Grenzausgleichssteuer („Border Adjustment Tax“) auf Importe in die USA. Zugleich haben Kontroversen um Abkommen wie TTIP und CETA gezeigt, wie wenig Unterstützung der Freihandel auch in Teilen Europas genießt. Und wie groß das Misstrauen gegenüber offenen Märkten ist.

10 Fakten zu Freihandel und offenen Märkten

Handelsprotektionismus, wirtschaftlicher Nationalismus und Abschottung kehren mit Macht auf die Bühne der internationalen Handelspolitik zurück. Die Argumente für freien Handel und offene Märkte sind jedoch eindeutig:

  1. Verbraucher genießen Dank internationaler Handelsbeziehungen eine größere Auswahl an Gütern und Dienstleistungen.Die Produktpreise sind aufgrund des intensiveren Wettbewerbs niedriger.
  2. Für die heimische Wirtschaft ergeben sich mehr Absatzmöglichkeiten und Chancen zur Kooperation.
  3. Der globale Wettbewerb setzt für Unternehmen zudem stärkere Anreize zu Innovation und Spezialisierung.
  4. Dadurch wird ihre Produktivität gesteigert und das gesamtgesellschaftliche Wohlstandswachstum beschleunigt.
  5. Freihandel sichert Wachstum, auch in Zukunft: Die Europäische Kommission erwartet, dass in den kommenden 10 bis 15 Jahren 90 Prozent des globalen Wirtschaftswachstum außerhalb der Europäischen Union erwirtschaftet werden. Die Prognose zeigt, wie wichtig Freihandel und offene Märkte sind, um Wachstum und Arbeitsplätze in Europa dauerhaft zu sichern.
  6. Internationaler Handel und vertiefte Wirtschaftsbeziehungen mit Partnerländern weltweit erschließen für europäische Unternehmen neue Absatzmärkte und Exportmöglichkeiten. Hierdurch entstehen neue Arbeitsplätze in ganz Europa. Aktuell sind bereits rund 31 Millionen Arbeitsplätze in der EU vom Export abhängig. Das ist fast jeder siebte Arbeitsplatz in der EU und fast 70 Prozent mehr als noch zur Mitte der neunziger Jahre
  7. Unter den Einzelstaaten sind die USA Deutschlands wichtigster Handelspartner. 10 Prozent der deutschen Exporte an Waren und Dienstleistungen gehen in die Vereinigten Staaten.
  8. Freihandel bedeutet Wohlstand. Die OECD schätzt, dass ein Handelsanstieg um 10 Prozent zu einem Anstieg des nationalen Pro-Kopf-Einkommens um circa 4 Prozent führt.
  9. Vor allem die Verbraucher gewinnen: Die Vielfalt und Qualität unseres täglichen Warenkorbs sind ohne den Freihandel undenkbar. Produkte können zu günstigeren Preisen angeboten werden. Der Wohlstand von mehr Menschen wächst – und zwar weltweit.
  10. Die Welthandelsorganisation erfasst seit dem Jahr 2009 alle neu geschaffenen Handelshemmnisse in den G-20-Staaten. Mitte 2016 zählte die WTO insgesamt 1583 neue Handelsbarrieren, die errichtet wurden. Nur rund ein Viertel wurde davon bislang wieder zurückgenommen.

Publikationen zum Thema

Freihandel

Der Freihandel hat unseren Wohlstand maßgeblich ermöglicht und dennoch verliert er Freunde. Das haben die Debatten um Handelsabkommen wie TTIP und CETA gezeigt. Nicht zuletzt die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zeigt, dass die Stimmung zuungunsten des freien internationalen Handels kippt. Die Broschüre zeigt auf, weshalb es aus liberaler Sicht so wichtig ist, für den freien Handel und offene Märkte einzutreten, ohne die Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung schuldig zu bleiben. Mehr