"Den Islam frei denken"

Neues Projekt mit dem Muslimischen Forum Deutschland klärt gegen extremistisches Gedankengut auf

Nachricht21.07.2017
Mit der Video- Reihe "Den Islam frei denken" soll gegen extremistisches Gedankengut aufgeklärt werden.
Mit der Video- Reihe "Den Islam frei denken" soll gegen extremistisches Gedankengut aufgeklärt werden. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Muslimische Jugendliche dafür zu sensibilieren, sich kritisch mit extremistischem Gedankengut auseinanderzusetzen - das ist das Ziel einer Social Media Aktion des Muslimischen Forums Deutschland (MFD), das in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der European Foundation for Democracy umgesetzt wurde.

Dazu veröffentlichte das MFD auf seiner Facebook-Seite das Einstiegsvideo: „Den Islam frei denken.“

Um Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe zu erreichen, greift das Video auf ein Instrument zurück, dass zur Radikalisierung von Jugendlichen gerne angewendet wird: Das bewusste Verbreiten von irreführenden Verschwörungsideologien. Auf den ersten Blick erweckt das Video den Eindruck, aus der radikal-islamistischen Szene zu stammen. Es zeigt Video-Footage von bekannten Terroranschlägen, kommentiert von fiktiven User-Accounts unterschiedlicher sozialer Netzwerke, die antiislamische Verschwörungen hinter den Anschlägen andeuten.

Dieses Schema wird mit der letzten Szene gebrochen und ad absurdum geführt: Anstelle von Terroranschlägen ist der US-Rapper Tupac Shakur zu sehen. Wie die Anschlagsbilder zuvor, sind auch die Bilder von Tupac Shakur mit einem fiktiven Kommentar aus einem sozialen Netzwerk unterlegt. Und ebenso wie die zuvor aufgeführten Verschwörungstheorien, ist auch der Kommentar zu Tupac offenkundig falsch. Behauptet wird nämlich, dass Tupac „heimlich East-Coast war“. Hintergrund dazu sind die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen US-Musikern der amerikanischen West- und Ostküste im so genannten Hip-Hop-Krieg in der Mitte der 1990er Jahre – ein Thema was bei der Zielgruppe immer noch stark präsent ist.

Mansour

Benutze deinen Verstand und hinterfrage, was man dir erzählt!

Ahmad Mansour, Vorsitzender Sprecher des Muslimischen Forum Deutschland

„Mit der offenkundigen Falschaussage zu Tupac wird die Botschaft deutlich. In den sozialen Netzwerken ist es jederzeit möglich, grundlose Behauptungen aufzustellen, wie dies eben bei den meisten Verschwörungstheorien der Fall ist“, erklärt Ahmad Mansour, Vorsitzender Sprecher des Muslimischen Forums Deutschland. „Deshalb lautet die Botschaft: Benutze deinen Verstand und hinterfrage, was man dir erzählt, und zwar besonders dann, wenn es um religiöse oder politische Inhalte geht.“

Flankiert wird das Video von Interviews ausgewählter Experten: Neben Ahmad Mansour kommentieren auch die Autorin Sineb El Masrar, sowie die Streetworker Burak Yilmaz und Asmen Ilhan verschiedene Aspekte des Themas und wollen so zur Aufklärung beitragen.

Am Mittwoch, den 19. Juli, um 19 Uhr, wird sich Ahmad Mansour, Vorsitzender Sprecher des MFD, auf der Facebook-Seite des Muslimischen Forums Deutschlands (https://www.facebook.com/MuslimischesForum/) den Fragen der Facebook-Community stellen.