Empowerment
Women Leading Protests – Frauen im Kampf für die Demokratie

Women Leading Protests

Die Bilder der Frauen aus Belarus, die mit Blumen in den Händen den Sicherheitskräften von Alexander Lukashenko entgegentraten, haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt. Sie verkörpern den Kontrast zwischen friedlichem Protest der belarusischen Gesellschaft und der gewalttätigen Antwort des Staatsapparats gegen den Wunsch nach mehr Freiheit und Demokratie. Doch nicht nur in Belarus, sondern in fast allen großen Protestbewegungen der vergangenen Jahre haben Frauen eine führende Rolle im Kampf für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte gespielt. Jüngste Forschungsergebnisse der Politikwissenschaftlerin Erica Chenoweth, die an der Harvard-Universität zur Rolle von Frauen in politischen Revolutionen forscht, zeigen: Wenn die Präsenz von Frauen in einer Protestbewegung hoch ist, hat der Protest auch große Erfolgschancen. Chenoweth sieht drei Gründe für den Zusammenhang: Erstens, umso mehr Frauen sich engagierten, desto größer sei die gesellschaftliche Breite der Bewegung. Zweitens, Frauen agierten solidarisch; für sie zähle das gemeinsame Ziel, nicht der individuelle Erfolg. Drittens, Frauen protestierten friedlich, ohne Gewalt, das sichere ihnen breite gesellschaftliche Unterstützung. Doch welchen besonderen Herausforderungen müssen sich Frauen dabei stellen? Für welche Gesellschaften kämpfen sie und welche konkreten Konsequenzen hat der Einsatz für Freiheit in oftmals repressiven Umfeldern?

Der Dokumentarfilm „Women Leading Protests” der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit befasst sich mit diesen Fragen, indem er die Geschichten von vier Frauen erzählt, die in unterschiedlichster Form an den Protesten in Belarus, Hongkong, Venezuela und dem Libanon beteiligt waren. Sie stehen für Frauen auf der ganzen Welt, die sich für Veränderung in ihren Ländern einsetzen. Mehrere der Protagonistinnen schildern, wie sie von den Machthabern in ihrem Land unterschätzt wurden, was die Frauen zu ihrem Vorteil zu nutzen wussten. Doch mit ihrem wachsenden Einfluss stieg auch die Gewalt, die Sicherheitskräfte und Regierungen bereit waren, gegen sie einzusetzen.

Women Leading Protests – Libanon

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Ein wiederkehrendes Motiv ist die Solidarität und der Zusammenhalt der Frauen untereinander – auch über nationale Grenzen hinaus. So beschreibt María Corinna Machado, Oppositionsführerin in Venezuela: „In all diesen Frauen habe ich Inspiration, Erfahrungen, Wissen und Solidarität gefunden – sie alle kämpfen für die Freiheit in ihrem Land. Die Frauen Venezuelas sind die treibende Kraft einer Gesellschaft, die frei sein will“. Die gleiche Erfahrung machte Maryna Rusia Shukiurava, Aktivistin und erfolgreiche Sängerin, die an den ersten Blumenprotesten in Belarus teilnahm. Sie beschreibt wie die Proteste sie – aber auch die ganze belarusische Gesellschaft – verändert haben: „Auf Belarusisch gibt es ein Sprichwort: Der Mann ist der Kopf, die Frau der Hals –  in unserer Gesellschaft waren die Frauen immer einflussreich, aber versteckt. Doch in diesem Sommer hat sich alles verändert und jeder hat gesehen, wie stark, wie kraftvoll, wie lebensfroh Frauen waren. Sie haben ihre Macht erkannt. Sie gingen auf die Straße; als Schwestern, Mütter, Ehefrauen und kämpften gegen das Regime“.

Doch alle vier Protagonistinnen haben einen hohen persönlichen Preis für ihren Kampf für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte gezahlt: Maryna Rusia Shukiurava floh mit ihrer kleinen Tochter ins Exil in die Ukraine, die libanesische Journalistin Luna Safwan, die die Proteste 2019 eng begleitete, wurde immer wieder angefeindet und bedroht, María Corina Machado musste ihre Kinder aus Angst um ihre Sicherheit in ein anderes Land schicken.

Presley Wong, eine Aktivistin an der Front der Protestbewegungen in Hongkong, befürchtet ihre Stadt ebenfalls verlassen zu müssen. Doch sie bereut ihren Aktivismus nicht. „Nachdem die Bewegung begann, war Hongkong nicht mehr Hongkong. Alles hat sich verändert. Wir tun das nicht nur für uns selbst, wir tun es für die Menschen um uns herum. Ich will immer noch ein Zuhause haben, in das ich zurückkehren kann - deshalb habe ich angefangen, das alles zu tun".

All diese Frauen kämpfen für offene, demokratische und gleichberechtigte Gesellschaften - weil, wie es Luna Safwan zusammenfasst: “Die Säule dieser Bewegung war die Forderung nach Freiheit. Freiheit und Gleichheit und gleichberechtigt vertreten zu sein, eine Stimme zu haben, nicht für seine Gedanken ermordet zu werden, ein gutes und faires Wirtschaftssystem zu haben. Für mich bedeuten Freiheit und Liberalismus Akzeptanz."

31 März
31.03.2021 17:30 Uhr
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