#ClapforCrap
Stipendiaten argumentieren für eine offene Gesellschaft

Die Toleranzkampagne der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit 

#clapforcrap heißt die Kampagne der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit –  gegen Ausgrenzung, Intoleranz und Diskriminierung. Daran arbeiten zahlreiche Stipendiaten in einem Workshop im Rahmen des FDP-Bundesparteitages. 

Das Phänomen Ausgrenzung im Alltag waren für die meisten Stipendiaten nichts Neues. In Kleingruppen haben sie Situationen benannt, in denen Diskriminierung und Ausgrenzung vorkommt – bei der Vorstellung im Plenum wurde dann nach Lösungsansetzen dafür gesucht.

„Jeder kennt das Gefühl der Überforderung, wenn Menschen, die wir schon sehr lange kennen, auf einmal anfangen, menschenfeindliche Kommentare abzugeben“, erklärt Moderator Christoph Giesa. Für diese Fälle gibt es die Kampagne #clapforcrap. Das ironische Klatschen hilft  ein Zeichen zu setzten, ohne mit dem Zeigefinger zu drohen.. „Auf diese Weise könnt ihr zeigen, dass ihr mit der Meinung nicht einverstanden seid.“ 

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Die Stipendiaten stellten ihre Ergebnisse vor. © Julia Gresförder

Diskurs ist wichtig

Karl-Hein Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, betonte in dem Workshop auch den Diskurs. „Der Ansatz hilft, um jemanden klar zu machen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es soll kein aggressiver Ansatz sein. Der Slow Clap ist eine zivilisierte Form der Antwort, der verdeutlicht wo man steht und dabei eine dezente Form der Empörung zum Ausdruck bringt.“

„Der Diskurs ist auch sehr wichtig, es ist allerdings so, dass ein Dialog nicht immer funktioniert. Im Netz kann es sein, dass die Gegenseite dir gar nicht zuhören möchte, oder wenn man zu überrascht ist, um in dem Moment einen Diskurs zu führen“, sagt Christoph Giesa.

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Die #clapforcrap Kampagne der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gegen Intoleranz und Ausgrenzung. © Julia Gresförder

Weitere Panels für offene Gesellschaft

Neben der #clapforcrap-Kampagne hat die Friedrich-Naumann-Stiftung viele weitere Panels gestaltet. So konnten Interessierte mit dem chinesischem Journalisten Shi Ming über die Fragestellung: „Wie umgehen mit Staatskapitalismus und digitalem Überwachungsstaat?“ diskutieren. Wichtig sei, so erklärte Shi Ming, dass Europa eine stringente und einheitliche Strategie fahre, insbesondere im privatwirtschaftlichen Sektor. 

Dabei ging Anna Marti, Expertin der Friedrich-Naumann-Stiftung auf das Social Credit System in China ein, das Bürger belohnt – oder Abstraft, je nach Handlungen und Äußerungen. Man startet mit einem Grundguthaben an Punkten, und für „gutes“ Verhalten bekommt man Punkte hinzu, für „schlechtes“ Verhalten werden Punkte abgezogen. Wer seine Eltern regelmäßig besucht, seine Rechnungen rechtzeitig bezahlt und im Internet die richtigen, direkt parteigesteuerten Medien konsumiert, der erhält Zusatzpunkte. Wer Unterhaltszahlungen nicht rechtzeitig leistet, sich über das Internet mit Menschen unterhält, die einen niedrigen Punktestand haben, oder online Pornos schaut, der verliert Punkte.

Wer viele Punkte hat, also ein „gutes Mitglied der Gesellschaft“ ist, dem stehen verschiedene Vergünstigungen zur Verfügung: etwa bessere Krankenversicherungen, einfacherer Zugang zu Behörden oder niedrigere Kreditzinsen. Wer einen niedrigen Punktestand hat, dem drohen Sanktionen – teurere Kredite, die eigenen Kinder werden von den besten Schulen und Universitäten ausgeschlossen. 

#FemaleForward

Unter dem #FemaleForward sprach Sabine Leutheusser-Schnarrenberger über die Frage, ob der moderne Feminismus noch ein Freiheitsversprechen ist.

„Wir müssen gucken, den Feminismus nicht als Kampfbegriff in Stellung zu bringen. Aber wir müssen versuchen, die Problematik wahrnehmbar und sichtbar zu machen“, erklärte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Fragen wie „Wo liegen strukturelle Benachteiligungen für Frauen?“ und „Wie kann man diese beseitigen, damit Frauen frei in ihrer Entscheidung sind?“ müssen dabei bedacht werden. Denn: „Emanzipation ist unverzichtbar mit Liberalismus verbunden“, erklärt die ehemalige Justizministerin.

Sie erzählte aus ihrer eigenen Erfahrung, dass es wichtig sei, sich Dinge zuzutrauen. „Denn wenn man sich etwas zutraut, dann kann man dies auch, selbst wenn man es vorher nicht gemacht hat.“

Wichtig sei allerdings auch, authentisch zu bleiben. Keine Frau sollte sich sagen, ‘nur weil ich Frau bin, muss ich alles ganz anders machen, als ich es eigentlich möchte.’

Eine weitere Expertenrunde veranstaltete die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit Judith Pirscher und Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die Politikerinnen diskutierten über die Zukunft von Stadt und Land.