Austausch und Vernetzung innerhalb der globalen LGBTI-Community

Die Stiftung für die Freiheit macht sich für LGBTI-Rechte stark

Nachricht28.10.2016Maria Schneider
Die Stiftung für die Freiheit bei der Berlin Pride Parade
Die Stiftung für die Freiheit bei der Berlin Pride ParadeFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Subtile und offene Diskriminierung gegen und Verfolgung von LGBTI gehen meist Hand in Hand. Seit einigen Jahre setzt sich die Stiftung für die Freiheit für LGBTI-Rechte weltweit ein.

Die Stiftung für die Freiheit bei der Pride Parade in Stockholm.
Die Stiftung für die Freiheit bei der Pride Parade in Stockholm.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gilt modernen Gesellschaften als elementares Menschenrecht und doch ist es weder weltweit noch in Teilen Europas gesichert. Insbesondere das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist häufig stark eingeschränkt. Subtile wie offene Diskriminierung gegen und Verfolgung von LGBTI (Lesben, Schwule (Gay), Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtlich) gehen meist Hand in Hand. Menschen einer, von der Mehrheitsgesellschaft abweichenden sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität werden gesellschaftlich ausgegrenzt, gesetzlich stigmatisiert, strafrechtlich verfolgt und in ihrer körperlichen Unversehrtheit bedroht. Der Zugang zu grundlegenden Menschenrechten bleibt ungezählten LGBTI verwehrt.

Die Stiftung für die Freiheit bei der Pride Parade in Sofia.
Die Stiftung für die Freiheit bei der Pride Parade in Sofia.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Deshalb engagiert sich die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit seit ein paar Jahren für LGBTI-Rechte. Wir organisieren öffentliche Veranstaltungen und Diskussionsrunden in Deutschland und europäischen Nachbarländern auf denen Themen wie die Verwirklichung von LGBTI-Rechten, die gesellschaftliche Akzeptanz von Regenbogenfamilien oder auch die Situation von Homosexuellen Flüchtlingen in Deutschland diskutiert werden. Mit einem Videowettbewerb warben FNF-Kollegen in Osteuropa erfolgreich für mehr Toleranz und Offenheit gegenüber Homosexuellen. Die Stiftung behandelt LGBTI-Rechte zudem in Publikationen, 2016 insbesondere in unserer Reihe „Fokus Menschenrechte“. Die Stiftung für die Freiheit nimmt auch aktiv an verschiedenen Gay Pride Paraden in Europa teil, zuletzt in Berlin, Stockholm und Sofia. Dabei bringen wir Teilnehmer aus aller Welt zusammen, um den Austausch und die Vernetzung innerhalb der globalen LGBTI-Community zu unterstützen.

Publikationen zum Thema

Fokus Menschenrechte: Mit dem Rad für LGBTI-Rechte

Nate Freeman hat Anfang 2015 eine Radtour von Kairo bis Kapstadt unternommen, um Spenden für NROs zu sammeln, die sich für LGBTI-Rechte engagieren. In einem Interview mit der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit erläutert er die Beweggründe für sein Unternehmen. Die Reise stehe nicht nur sinnbildlich für den Kampf um LGBTI-Rechte, sondern es gehe darüber hinaus auch darum, „eine Welt zu schaffen, in der jeder Mensch dieselben Möglichkeiten hat, sein Leben zu verändern, frei von jeglichen Zwängen.“ Mehr

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Fokus Menschenrechte: Indonesien - Coming-out der Homophoben

In Indonesien lebten Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) lange überwiegend zurückgezogen, wurden aber mit traurigen Ausnahmen nicht bedroht. Nun ist ein Homophobie-Sturm ausgebrochen. Politiker, Religions-Gruppen und viele andere diffamieren Homosexualität als „krank“, „unmoralisch“ und „gefährlich“. Mehr

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Fokus Menschenrechte: Pakistan sagt ja zum Dritten Geschlecht aber nein zu Schwulen

Pakistans Umgang mit LGBT ist ambivalent. Schwule haben einen sehr schweren Stand, denn Homosexualität ist gesetzlich verboten und gesellschaftlich nicht akzeptiert. Gleichzeitig gibt es traditionelle Vorstellungen des „Dritten Geschlechts“. Die Rechte dieser Menschen sind somit anerkannt und die Hijras, wie sie in Südasien heißen, werden von ihren Mitmenschen als Teil der Gesellschaft toleriert. Dennoch ist auch ihre Lage verbesserungswürdig. Es wird noch lange dauern, bis sich die Lebenssituation für Homosexuelle und Hijras in Pakistan positiv verändert. Mehr

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Fokus Menschenrechte: Türkei - Aufklären, therapieren, kriminalisieren

Der Schutz der Rechte von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LGBTI) steht auf der politischen Agenda der Türkei nicht weit oben. Ganz im Gegenteil: Die Rechte von LGBTI werden auf systematische Weise ignoriert und verletzt. Seit 1990 organisieren sich Lesben, Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle in der Türkei und seit 2000 berichten sie systematisch über Menschenrechtsverletzungen in ihrer Community. Zudem publizieren türkische LGBTI-Organisationen Berichte zu Fragen der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identifikation. Allmählich rückt das Thema LGBTI so ins allgemeine Bewusstsein der Türkei. Doch ist Diskriminierung auch weiterhin ein weit verbreitetes Phänomen: immer noch kommt es zu hassmotivierten Verbrechen besonders gegen Trans-Frauen und homosexuelle Männer. Zudem gibt es Probleme beim Zugang zur Justiz, fehlende Bestrafung von Tätern, Folter und Misshandlung von transsexuellen Frauen durch die Polizei, Probleme beim Zugang zu Ausbildung, Gesundheitswesen, Arbeitsmarkt und sozialen Einrichtungen. Mehr

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Raj kam ohne Regenbogen

Indiens LGBT-Bewegung schöpft Mut. Das Verfassungsgericht hat die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Liebe erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Die Abschaffung des berüchtigten Paragraph 377 wäre ein Meilenstein für die Rechte sexueller Minderheiten. Diese Gesetzgebung des Raj, also der britischen Kolonialherrschaft (1858–1947), wurde bei der Unabhängigkeit wie viele andere archaische Paragraphen einfach übernommen. Mehr

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Die Lage der LGBT in Russland

Seit Putins zweiter Präsidentschaftsperiode fällt Russland in längst vergessen geglaubte Repressionen zurück. Die LGBT-Gemeinschaft spürt diesen Wandel wohl am stärksten. Aufgrund neu erlassener Gesetze durch homophobe Gruppierungen sowie durch populistische Politiker werden sexuelle Minderheiten immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Mehr

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Fokus Menschenrechte: Parlament voraus, Gesellschaft hinterher?

Mitte 2015 beschäftigte sich mit der Parlamentarischen Versammlung erstmalig ein gesetzgebendes Gremium in Bosnien und Herzegowina mit LGBTI-Rechten. Im Dezember verabschiedete die Regierung der Republik Srpska den Jahresaktionsplan zur Implementierung des Gender-Aktionsplans (GAP), der spezifische Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz dieser Rechte etablierte. Im Februar 2016 hat das Abgeordnetenhaus Hasskriminalität gesetzlich verboten und durch Hass provozierte Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechteridentität unter Strafe gestellt. Die Justiz öffnet dadurch vielen Menschen den Weg zur freien Entfaltung, insbesondere ihrer Sexualität. Die fehlende Aktzeptanz in der Bevölkerung könnte diesen Fortschritt jedoch im Wege stehen. Mehr