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Antisemitismus im Rap: Less Hate, Less Trouble

In einem Bericht der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft ist eine Rekordzahl an Tonträgern der rechtsextremen Szene als jugendgefährdend eingestuft werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien setzte 80 Tonveröffentlichungen wegen Verherrlichung oder Verharmlosung von Nationalsozialismus und Krieg sowie wegen Anreizen zu Rassismus und Antisemitismus auf den Index. Wir möchten dieser Entwicklung entgegenwirken und unterstützen die Berliner Rapper-Ikone Ben Salomo in seinem Engagement gegen Antisemitismus. Wie man erkennt, ob ein Rapper nur provozieren will – oder ob er die Musik nutzt, um sein menschenfeindliches Weltbild möglichst effizient zu verbreiten findet sich auf unserem Info-Poster. 

Antisemitismus im Rap

Was ist Antisemitismus?

Der unabhängige Expertenkreis Antisemitismus (UEA) formuliert es in seinem Abschlussbericht „Antisemitismus in Deutschland – aktuelle Entwicklungen“ so:

„Der Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder ihr Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

Davidstern
Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus (UEA)
Ben Salomo
Ben Salomo © Friedrich-Naumann-Stiftung/ photothek.de

Ben Salomo

Einer, der sich schon lange gegen Antisemitismus einsetzt, ist Ben Salomo. Der aus Israel stammende Rapper, YouTuber und Buchautor ist in Berlin aufgewachsen und gründete die Battle- Rap-Veranstaltung „Rap am Mittwoch“. Im November 2016 veröffentlichte er sein erstes Solo-Album mit dem Titel „Es gibt nur Einen“ und im Jahr 2019 veröffentlichte er ein Buch.

2018 beendete er die Battle-Rap-Reihe aus Protest und zog sich erstmal aus dem Rap-Geschäft zurück. Er war es leid, auf das Antisemitismus-Problem im Deutschrap aufmerksam zu machen und dabei keinerlei Veränderungen zu spüren.

Antisemitismus im Rap

Wie erkenne ich eigentlich, ob ein Rapper nur provozieren will – oder ob er die Musik nutzt, um sein menschenfeindliches Weltbild möglichst effizient zu verbreiten? Wir haben für dich eine Checkliste entwickelt:

  1. Ist eine Line antisemitisch – oder einfach nur geschmacklos?

    Im Rap ist vieles erlaubt – auch geschmacklose Lines. Problematisch wird es dann, wenn typisch antisemitische Stereotype bedient werden, etwa dass die Juden die Welt regieren und im Hintergrund die Strippen ziehen. Wenn von den Rothschilds, Zionisten oder einer vermeintlichen amerikanischen Ostküstenelite die Rede ist, muss man vorsichtig sein.

  2. Bleibt es bei einer kritischen Line? Oder zeigt sich ein Muster?

    Man kennt ja den Satz „Einmal ist keinmal“. Doch beim Thema Antisemitismus im Rap bestätigt sich häufig eher „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“. Hat man schon eine Vermutung, dass ein Rapper die Juden möglicherweise als Feindbild sieht, findet man – leider – meistens auch weitere entsprechende Lines.

  3. Teilt der Rapper in andere Richtungen genauso aus?

    Wenn ein Rapper in alle Richtungen gleichermaßen austeilt, also viele unterschiedliche Gruppen gedisst werden, und die Juden nur eine davon sind, dann hat man es nicht unbedingt mit einem Antisemiten zu tun. Die Realität zeigt aber, dass viele Rapper sich vor allem über drei Dinge definieren: Sexismus, Homophobie – und Antisemitismus. Oder kennt jemand Rapper, die gleichermaßen Christen, Muslime,
    Afrikaner und Asiaten haten?

  4. Für was steht ein Rapper außerhalb der Musik?

    Kaum ein Rapper ist nicht auf Social Media aktiv. Und viele äußern sich auch zu Themen, die über die Musik hinausgehen. Wenn auch in Interviews und bei Facebook- oder Instagram-Posts immer wieder antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien, oft verkleidet als sogenannte Israelkritik, durchscheinen, wisst ihr Bescheid.

 

Das ganze Poster mit weiteren spannenden Inhalten findest Du hier:

Antisemitismus im Rap