225. Geburtstag von Adolf Diesterweg

Liberale Stichtage

Nachricht29.10.2015Dr. Jürgen Frölich
Adolph Diesterweg auf einer 60-Pfennig-Briefmarke aus dem Jahr 1990
Adolph Diesterweg auf einer 60-Pfennig-Briefmarke aus dem Jahr 1990wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Adolph_Diesterweg, 6.10.2015

Die Vermittlung von Bildung, auch in Form der „Volksbildung“ hat in der Tradition des deutschen Liberalismus seit jeher einen hohen Stellenwert. Dafür steht beispielsweise der Name Adolf Diesterweg. Den Schülern in der alten Bundesrepublik war er durchaus geläufig, prangte er doch häufig auf ihren Schulbüchern.

Damit hatte aber Diesterweg selbst nur indirekt zu tun, denn gegründet hat den gleichnamigen Verlag 1873 sein jüngster Sohn. Dieser wollte damit aber auch dem Werk des Vaters ein Denkmal setzen, weil dieser – 1790 in Siegen geboren – zu den wichtigsten Pädagogen des 19. Jahrhunderts zählte. Geprägt noch vom Denken der Aufklärung allgemein und den Lehren des Schweizer Reformpädagogen Johann Heinrich Pestalozzi wurde Adolf Diesterweg zunächst Gymnasiallehrer, wandte sich dann aber ab 1820 der sogenannten „Volkspädagogik" zu, in der er einen hohen Reformbedarf erkannte.

Als Ausbilder von Volksschullehrern in Moers und später Berlin suchte er die Primarbildung aus der Vormundschaft der Kirchen und des Konservativismus zu befreien, indem er auch dort das Leitbild des mündigen Bürgers implantierte. Dies führte ihn zwangsläufig an die Seite des Liberalismus, für den er sich später auch politisch engagierte, so von 1858 bis zu seinem Tod 1866 im preußischen Abgeordnetenhaus, in dem er der Deutschen Fortschrittspartei angehörte. Auf dem alten St. Matthäus-Friedhof in Berlin-Schöneberg erhielt Adolf Diesterweg ein heute noch bestehendes Ehrengrab.