20./21.04.2011 - Liberale Stichtage: Vor 55 Jahren FDP-Bundesparteitag in Würzburg

20.04.2011

Selten ist ein FDP-Parteitag mit solcher Spannung erwartet worden wie der siebte in Würzburg im Frühjahr 1956. Denn kurz zuvor war auf nordrhein-westfälische Initiative die Koalition mit der CDU in Bonn beendet worden (vgl. Liberale Stichtage u. .)

Zwar zeichnete sich ab, dass die Delegierten diesen Schritt bestätigen würden, aber das Schicksal des Partei- und Fraktionsvorsitzenden Thomas Dehler (vgl. Liberaler Stichtag ) war ungewiss.

Mehrere Landesverbände hatten sich für einen Wechsel an der Parteispitze ausgesprochen. Unbeirrt kandidierte Dehler dennoch erneut, bekam aber mit Max Becker einen Gegenkandidaten, der nicht für einen anderen politischen Kurs, wohl aber für einen anderen politischen Stil stand (vgl. Liberaler Stichtag v. ).

Mit 155 zu 67 Stimmen wurde der bisherige Vorsitzende in seinem Amt bestätigt, seine Amtszeit dauerte dann aber kein Jahr mehr. Wichtige personelle Weichenstellung geschahen aber in der zweiten Reihe: Mit Erich Mende, Walter Scheel und Wolfgang Mischnick rückten liberale Politiker in den Bundesvorstand ein, die die liberale Politik in den nächsten Jahrzehnten bestimmen sollten.

Mit der „Würzburger Entschließung“ unterstrich der Parteitag, dass die Freien Demokraten trotz des Ausscheidens aus der Bundesregierung an ihren zentralen Zielen, namentlich der Wiedervereinigung, der Westintegration und einer „freien, sozialverpflichteten Marktwirtschaft“ festhalten wollten.

Dehler und seine Partei in der ZEIT v. 26. April 1956

(Quelle: FDP-Bundesparteitage, A1-99)

Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie . Möchten Sie nach Ereignissen zu einem bestimmten Datum suchen? Auf der finden Sie dazu rechts oben einen Kalender.